Organisatorisches

Ihr Lieben,

ich möchte mich heute einmal ganz privat und von Herzen bei euch bedanken. Nicht nur für euer Vertrauen, das ihr mir entgegenbringt. Euer Wohl und das Wohl eurer Tiere liegt mir sehr am und im Herzen.

Ihr seid das lebendige Beispiel dafür, dass man sich nicht profilieren muss, um gesehen zu werden. Im Gegenteil. Wenn ich an die vergangenen Workshops denke, so hat sich dort eine Atmosphäre der Nächstenliebe und Akzeptanz etabliert, die den anderen fördert und fordert, wodurch die Gruppe mental wachsen und somit jeder Einzelne (stimmt, ich gendere nicht 😉) sich in seinem Tempo und seiner individuellen Ressourcen entsprechend entwickeln und entfalten kann.

Auch in den Einzel- und Paargesprächen seid ihr bereit, an die Essenz zu gehen, euch selbst zu finden, zu verändern, weil ein Wesen in eurem Umfeld, menschlicher oder tierlicher Natur, euch Anlass dazu gibt. Ihr reflektiert euch, stellt euch den Themen, die sich zeigen und bleibt dran. Und das macht jeder auf seine ganz eigene Art. Wie ich das liebe! Denn das ist meiner Meinung nach der Weg, seine Ressourcen sich seiner selbst bewusst einzusetzen und auszustrahlen. Im Grunde also, ganz genau so zu sein, wie unsere Kinder, Enkelkinder und Tiere! Einfach sein, wer man tief in sich drinnen wirklich  ist – und dadurch in anderen damit einen Funken zu entfachen, mit dem er zu einem neuen Bewusstsein gelangen kann. Die meisten von euch begannen diesen Weg nicht ihrer selbst willen, sondern weil ihr Tier auf irgendeine Weise gezeigt hat, dass etwas nicht stimmt. Für unsere Tiere tun wir alles, sogar uns selbst entwickeln, um sie zu entlasten und in die Klarheit zu kommen, die sie so sehr von uns brauchen. Ja, das Leben kennt so viele Wege, wie es Tiere und Menschen gibt. Mir ist es seit drei Jahrzehnten eine große Freude, jeden einzelnen Menschen, jedes einzelne Tier wahrzunehmen, zu erkennen und mit ihm gemeinsam den ur-ur-ur-eigenen Weg zu entdecken und Tier und Mensch dabei zu begleiten.

Und jetzt möchte ich einigen von euch ganz persönlich von Herzen danken für etwas, das ebenfalls nicht selbstverständlich ist. Ihr kennt meine Tiere durch Videos und meine Hunde kennen viele von euch persönlich. Ihr habt mitbekommen, dass es meiner Hannah seit einem Jahr gesundheitlich nicht gut geht. Ihr wisst aber auch, dass ich es vermeide, über ihren Gesundheitszustand zu sprechen. Denn Mitleid oder auch nur Mitgefühl, das möchte Hannah nicht haben. Somit würde es ihrem Zustand entgegenarbeiten, wenn ich euch auf dem Laufenden halten würde. UND IHR AKZEPTIERT DAS! Dadurch, ihr Lieben, tragt ihr Hannah mit durch ihre Herausforderungen hindurch. Das fühlt sie, das fühle ich und dafür danken wir euch!

Ich wünsche euch für dieses schon nicht mehr ganz so frische Jahr, dass ihr euch weiterhin frei haltet von Einflüssen, die nicht gut für euer wirkliches Dasein sind. Dass ihr euch weiterhin mehr und mehr findet und vor allen Dingen lebt. Dass ihr mit euren Tieren ein „Wir“ leben werdet, für das sie zu euch gekommen sind. Die Zeit ist reif und wir sind es auch.

In diesem Sinne,

herzlichst, eure Claudia Struwe mit allen Tieren im und um das Häuschen 😊

 

Ihr Lieben,

wieder einmal habe ich ein Beispiel für euch, wie wertvoll es ist, wenn wir gut bei uns sind, unabhängig davon, was sich im Außen zeigt. Denn wenn wir präsent sind in unserem Leben für uns und unsere Lieben, fühlen wir, was zu tun ist. Dann sind wir die besten Wegbegleiter für unsere Tiere, wie auch sie es für uns sind.

Peppa, die sehr reife Kaninchendame hier im Haus, drangsaliert ihren gutmütigen Partner Emil stärker, als je zuvor, sodass ich nicht selten eingreife, damit der Bub in Ruhe fressen und schlafen kann. Da ist schon ab und zu eine saftige Standpauke fällig. Beim Krallenschneiden zeigte sich meine Tochter, die als Haltehilfe diente, todesmutig während Peppas Beißversuchen, die unter anderem auf ziemlich empfindliche Körperstellen gerichtet waren. Peppa ist zwar von Natur aus ein kleiner Tyrann, aber diese extrem starke Angriffslust hatte auch andere Gründe. Selbstverständlich wird sie seelisch und körperlich unterstützt, was nicht verhindert, dass deutlich sichtbar ihre Lebenskraft insgesamt gesehen kontinuierlich abnimmt. So auch in der Nacht vom fünften auf den sechsten Januar. Es war 24 Uhr und bei meinem letzten Tierversorgungskontrollgang fiel mir auf, dass mit meiner Omi etwas nicht stimmte. Sie saß mit dem Rücken zu mir, Emil verweilte wieder geduldig in seiner von ihr zugewiesenen Ecke. Als ich sie aufnahm, wehrte sie sich nicht. Sobald sie in meinen Armen lag, legte sie ungewöhnlicher Weise ihr Köpfchen ab und aus den aufgepusteten Muckis schien die Luft fast hörbar zu entweichen. Ich versorgte mein Mädchen mit seiner Medizin und setzte mich daraufhin mit ihr auf mein Bett. Sobald ich eine Hand von ihr löste, begann die Kleine zu zittern. Ihre Atmung verflachte zunehmend, ab und zu zuckte der schwache Körper und die Augen wurden kleiner. Es zeichnete sich ab, was geschehen würde. Schmerzmittel hatte ich ihr gegeben. So blieb weiter für mich nichts zu tun, als: Vertrauen, Hingeben, Lieben. Mit der Zeit verwischten sich die Grenzen zwischen meinen Händen und ihrem Körper, zwischen meinem Herzen und ihrem Herzen. Ich begann vor meinem inneren Auge ihre bisherigen Weggefährten zu sehen, die sie alle ziemlich malträtiert hatte. Einer nach dem anderen tauchte auf und sie alle zeigten, dass sie im Frieden waren mit ihr. Peppa schien schon fast zu schlafen, aber sie knirschte heftig mit ihren Zähnen. Ok, dachte ich, es sieht sowieso danach aus, dass sie die Welten wechselt, also bekam sie noch einmal eine Dosis Schmerzmittel. Erfahrungsgemäß wusste ich, sie würde irgendwann stark zucken und ein letztes Mal aufatmen. Dann würde ihr Herzchen aufhören zu schlagen. So kam es. Fast. Sie zuckte. Sie tat einen tiefen Atemzug. Dann riss sie die Augen auf, realisierte, wo sie sich befand, drängte mich unmissverständlich, sie endlich wieder zu ihrem Emil zu setzen, damit sie eine weitere Runde Leben gemeinsam mit ihm drehen kann. Ihr Wille, mein Befehl! Emil hatte die vergangenen zwei Stunden seine Freiheit genauso genossen, wie er sich jetzt wieder über seine Peppa freute. Ich nahm meine Polly mit nach draußen unter die Sterne, blickte nach oben und dachte. „Tja, ihr müsst noch ein bisschen warten, ihr Lieben.“ Am darauffolgenden Tag ließ ich Peppa von unserer Tierärztin durchchecken. Schmerzhaft zeigte sich die Blase, ansonsten ergab sich keine weitere Diagnose. „Ok, ich dachte es mir ja. Sie wird nun einmal einfach nur alt, meine Peppa.“ Lachend entgegnete unsere Tierärztin mit Blick auf Peppas Kundenkartei: „Frau Struwe! Peppa IST ALT!“ und gab mir die passenden Medikamente mit, um Peppa zu unterstützen. Ja, ok, mit elf ist ein Kaninchen nicht mehr ganz taufrisch.

Heute verhält die Omi sich, als sei nichts gewesen. Ab und zu hat sie Schwierigkeiten, gerade zu sitzen. Dann kommt Emil aus seinem Exil, legt sich im Halbkreis um sie herum, sodass sie nicht umfällt. Ich würde das gerne für euch fotografieren, aber die beiden sind zurecht der Meinung, das verletze zu sehr ihre Privatsphäre. Ihr Lieben, ich wünsche euch allen die Gabe tief zu vertrauen und zu wissen, ihr werdet geführt; die Fähigkeit zu entscheiden, was getan und was gelassen werden sollte und bedingungslos und wenn’s dran ist, tatkräftig zu lieben, was ist. Ja, das kann ein langer Weg sein mit Steinen und Felsen und was sich noch alles dazwischen legen kann. Aber er lohnt sich!

 

Eure Claudia Struwe mit Peppa

Stille Nacht – Heilige Nacht ?

„Stille Nacht – Heilige Nacht“. Dieses Jahr haben viele Tierseelen ihre Körper verlassen – und für euch, ihre Menschen, wurde es still. Wo ist das Heilige in dieser eher traurigen Stille zu finden?

Auch wenn der ein oder die andere sich vorbereiten konnte, weil der geliebte Gefährte in Fell lange Zeit krank war, so ist doch der Moment, in dem die Entscheidung zum Abschied fällt, erschreckend. In eurem größten Schmerz wolltet ihr wissen, was eure Tiere brauchen, wie es IHNEN geht und ihr habt die daraus folgende Entscheidung über den eigenen Schmerz gestellt. Manche hat es sehr plötzlich erwischt mit einer tödlichen Diagnose. Und jedes Mal hörte ich denselben Satz, von tiefer Liebe erfüllt, ausgesprochen: „Er, bzw. sie hat mich ein Leben lang treu und voller Liebe begleitet. Jämmerlich zu leiden hat er/sie nicht verdient.“ Dann kommt sie. Die stille Nacht. Es folgen viele stillen Nächte und sie werden nie mehr die Nächte werden, die sie einmal waren. Sie sind nun der stillen Liebe geweiht. Heilig sind sie auch. Denn diese stillen Nächte sprechen aus, was kein Wort auszusprechen vermag. Irgendwann, je nach der jeweiligen Wesensart des Menschen, – irgendwann kommt der Moment, an dem das Geheimnis offenbar wird, an dem der Liebesfunke aus der Ewigkeit ein einziges Mal kurz aufflackert. Man traut sich gar nicht, hinzusehen vor lauter Furcht, man bilde sich das ein. Aber dann blitzt es wieder in die dunkle Nacht der Seele hinein. Und dann noch einmal und noch einmal und das kurze Aufblitzen wandelt sich in helles Leuchten. Das Gefühl der grenzenlosen Freiheit und Liebe und des unendlichen Glücks scheint uns zu erreichen aus der Ferne und unweigerlich schauen wir hoch zu den Sternen. Da. Ja, da bist du. Und die Ferne kommt näher und die Grenzen lösen sich auf und zwei Herzen pochen in einem, zwei Seelen flüstern dasselbe Lied und tanzen mit dem Mond. Dann wird es Tag in unserer Seele. Wir fühlen, es ist etwas anders. Dieser Tag ist heller, als die vielen vergangenen  Tage. Das eigene Herz ist stärker geworden. Mutig schaut es der Zukunft entgegen, denn es hat nun Kraft für zwei. Diesen Zustand können wir nicht beeinflussen, wir können ihn uns nicht verdienen. Er wird uns irgendwann geschenkt.

Was wir heute feiern, ist solch ein Liebesgeschenk aus den Himmeln. Für die Christen unter uns das größte, das es je gab. Auch für Andersgläubige ist die Weih-Nacht ein Sinnbild für gelebte Freude, Licht im Dunkel, einander begegnen, beschenken, zusammen sein. Und für Viele bedeutet es Stress hoch drei. Alles soll perfekt sein. Der Tannenbaum, die Beleuchtung, die Kleidung, das Essen, die „Location“. Doch auch hier nehme ich einen Bewusstseinswandel wahr. Es wird echter, dieses Fest. Nach und nach rückt die Liebe in den Vordergrund und der Mut, ja zu sagen zu sich selbst, zu erkennen, dass man genau so gut ist, wie man ist. Mehr und mehr wächst ein Miteinander und findet seine Steigerung im  Füreinander, was durchaus auch bedeuten kann, nein zu sagen, um der Echtheit willen. Menschen beschränken ihre Liebesfähigkeit nicht mehr auf die Tiere, weil sie „die besseren Menschen sind“. Sie erkennen auch in Menschen das Gute, Liebevolle und versprühen ihre innere, tiefe Freude für andere. Sei es beim Einkauf an der Kasse, bei kurzen Begegnungen auf der Straße oder bei anderen, ‘zufälligen‘ Begegnungen.

Wir tragen dieses Licht in uns und wir können es unabhängig von unserer eigenen Situation weitergeben, wenn wir uns dafür entscheiden. Heute ist so ein Tag, an dem sich viele dafür entscheiden, dies zu tun. Andere entscheiden sich, endlich dieses Licht anzunehmen. Wir müssen nicht gesund sein, nicht schön, nicht schick, nicht fröhlich, nicht schlau, nicht hochspirituell. Wir sind, wie wir sind. Unsere Tiere gehen uns mit dem besten Beispiel voraus. Sie leuchten weiter. Wenn das innere Leuchten schwächer zu werden scheint, dann leuchtet ein anderes Tier für das schwächere mit – ohne das eigene Licht zu verlieren. So, ihr Lieben, feiern wir Weihnachten. So leben wir Liebe. So wird eine stille Nacht zur Heiligen Nacht. Und wenn ihr jemanden kennt, für den diese stille Nacht noch dunkel ist, nehmt euch heute Abend eine Sekunde Zeit, schaut in die Sterne und sendet Liebe in ein Herz, das sich nach einem Lichtfunken sehnt.

 

In erfüllter Dankbarkeit denke ich an euch und an eure Tiere und Tierseelen und wünsche euch von ganzem Herzen eine fröhliche, selige, gnadenvolle Weihnachtszeit mit stillen, heiligen, lichtvollen Nächten.

 

Eure Claudia Struwe mit Team

Ihr Lieben,

ich bedanke mich heute zur Wintersonnenwende bei euch für die, im wahrsten Sinne des Wortes, ‘wunderbare‘ Zeit mit euch. Ich durfte und darf euch begleiten und miterleben, wie ihr mehr und mehr eure Essenz lebt und dies damit auch den Tieren ermöglicht, die an eurer Seite leben. Es ist mir eine Freude, dass ihr durch eure Tiere in euch selbst findet, was ihr sucht. Es ist nicht im Außen in einer Lehre, auch nicht bei einem Guru. Es ist da. In euch drin. Manchmal schläft es einen tiefen Schlaf und wartet darauf, aufgeweckt zu werden. Das wird es aus meiner Sicht spätestens dann, wenn sich befellte oder beschuppte oder geflügelte Entwicklungshelfer bei uns einfinden, die uns mit allen möglichen und unmöglichen Ideen konfrontieren, – wenn wir ihnen zuhören.

Sie sind nicht immer unsere Spiegel. Mal sind sie bei uns, weil sie uns als kleine oder große ‘Schlauscheißerchen‘ belehren und beschützen. Mal sind sie bei uns, weil ihre Matrix mit ihren Leidenswegen aus diesem und/oder anderen Leben der unseren sehr ähnelt, wodurch ein gemeinsamer Ritt durch‘s unbequeme Nadelöhr in ein freies, friedliches Dasein mit neuen Dimensionen möglich wird. Und so weiter. Es gibt unzählige Gründe für unser Zusammenleben und die Herausforderungen mit diesen tollen Wesen. Bei all dem durchaus sinnvollen Erforschen der Hintergründe der Hintergründe der Hintergründe für Krankheiten, Verhalten, merkwürdigen Situationen, etc. sind sie Tiere, die es vorzogen, als solche zu inkarnieren. Auch wenn wir mit ihnen auf Augenhöhe kommunizieren – oder gerade weil wir das tun – haben sie ein Recht auf unsere Klarheit, Gedankenhygiene, Struktur, Entscheidungsfähigkeit, unseren Fokus. So lernen wir, so wachsen wir, so sind wir authentische Gefährten für unsere tierlichen Begleiter – und nicht nur für diese. Es ist nicht kompliziert. Es muss nicht gelehrt oder gelernt werden. Aber leider ist es Mode geworden, „hochspirituell“ zu erscheinen und das Leben in Form von ehrgeiziger Spiritualität zunehmend anspruchsvoller und komplizierter zu gestalten. Für unsere Tiere ist dies ein sehr anstrengendes Lebensmodell.  Überall wird Angst geschürt auf jede erdenkliche Weise, auch auf spiritueller Ebene: „Lerne dieses System, dann weißt du, wer du bist.“ „Mache jene Übungen, dann wirst du erleuchtet.“ Wie einfach es in Wirklichkeit sein kann, haben wir heute wieder im Zoom Meeting mit der Gruppe aus dem Workshop „Heilsames Sein und Handeln“ erlebt. Die ausnahmslos konstruktiven Beiträge einer jeden Teilnehmerin wurden miteinander geteilt und und gewürdigt. Auch die anwesenden Tiere der Gruppenmitglieder partizipierten aktiv von dem durch die Gruppe erzeugten wohltuenden Feld. Ich gebe unumwunden zu, dass ich nie gedacht hätte, dass ich mit derart viel Spaß ein Online-Meeting leite!

Oft sind es die Sätze aus den Mündern meiner Enkelkinder, die mich motivieren. „Ich will auch was sagen, ich kann das, guck! Ich hab‘ einen Mund!“ (Die Dreijährige) „Ich mag nicht denken. Denken ist unnötig. Ich vergesse nie etwas. Ich hab‘ alles in mir drin“ (Die Fünfjährige). Da, ihr Lieben, liegt die Wahrheit. Im Kindermund, in der Tierseele. Lasst uns werden, wie die Kinder und die Tiere. Ich bin dem Leben so dankbar, dass ich das aufgrund meiner Lebensbiografie nie verlernt oder vergessen habe (Bei Interesse nachzulesen im Vorwort von unserem Buch „Simon’s Life – Wie Tiere wirklich sind.“). Und ich bin dem Leben so dankbar, dass es euch und eure Tiere gibt!

In diesem Sinne wünsche ich euch eine schöne Wintersonnenwende, erfolgreiches Vergessen und freudvolles Entdecken!

Herzlichst,

 

Eure Claudia Struwe mit Team

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Kleiner Olaf – Große Seele

Ein Weg aus der Dunkelheit in’s Licht

 

Hallo Mensch. Ich bin hier. Nein, nicht hier unten bei dir auf der Erde. Schau mal hoch. Ich spreche aus dem Himmel zu dir. Denn ich möchte dir etwas erzählen.

Mein Name ist „Olaf“. So hieß ich aber nicht immer. Nachdem ich von meiner Mama, einem sogenannten „Zuchtkaninchen“ geboren wurde, hieß ich gar nicht. Also ich war einfach nur ein ‘Kaninchenbock‘. Nachdem ich von meiner Mama und meinen Geschwistern getrennt wurde, lebte ich zwei Jahre lang in einem kleinen, kalten, dunklen Gefängnis. Ganz alleine. Ach, wie sehr wünschte ich mir Freunde! Auch wenn ich später als ausgewachsener Kaninchenmann gerade mal 1000 Gramm auf die Waage brachte, wollte ich mich ganz viel bewegen. Immer wieder träumte ich davon, dass ich mit anderen Kaninchen über grüne, saftige Wiesen renne. Obwohl ich gar nicht wusste, wie sich Rennen anfühlt und dass man von grünen, saftigen Wiesen essen kann, träumte ich das. Irgendetwas in mir wusste eben, dass ich genau dafür gemacht war. Aber es blieb beim Träumen. Weil ich immer mehr fühlte, dass ich in meinem engen Gefängnis nicht der sein konnte, der ich in Wirklichkeit war, wuchs in mir drin eine tiefe Angst und Traurigkeit.

Eines Tages kam eine große Hand in meine Kiste und holte mich heraus. Was ich dann erblickte, ließ mein Herzchen sofort dahinschmelzen. Ein wunderschönes Kaninchenmädchen wurde mir gebracht und – ohje –  ich bekam Gefühle, die ich bisher gar nicht kannte. Das Mädchen fand mich gut. Kein Wunder, ich hab´ mich auch mächtig in’s Zeug gelegt, damit ich ihr gefalle! Als wir zwei so richtig ein Herz und eine Seele geworden waren, da wurden wir wieder getrennt. Sie wurde in ihre enge, dunkle Kiste zurückgesetzt und ich in meine. So ging das viele Male, immer wieder verliebte ich mich in die Mädchen, zu denen ich gebracht wurde und dann wurden wir wieder auseinandergesetzt. Mein Herz brach in Stücke. Jedes Mal ein Stück mehr. Eines Tages konnte und wollte ich mich nicht mehr verlieben und so brachte mich der Mensch, der mich sonst zu den Mädchen gesetzt hatte, in ein Zuhause, in dem ganz viele Tiere leben, die niemand mehr haben möchte. Hier wurde ich sogar getauft auf den Namen „Olaf“. Ein ganz merkwürdiges Gefühl war das, plötzlich gesehen zu werden als ein Wesen mit Bedürfnissen und Charaktereigenschaften und auch noch einen Namen zu haben. Alle fanden mich süß und goldig und gaben sich sehr viel Mühe, damit ich meine Angst und Starre ablegen sollte. Aber das geht nicht so schnell, wenn man so lange Zeit in Angst und Starre gelebt hat und gar nicht wusste, wie das ist, dass Menschen einem als Lebewesen sehen. Trotz allem aber landete ich auch da in einer kleinen, engen Kiste in einer dunklen Garage. Sie nannten es „Quarantäne“. Das war nicht so schlimm für mich, ich kannte das ja schon. Bestimmt würde da auch wieder eine Hand mich aus der Kiste herausholen und zu einem Mädchen setzen. Aber da habt ihr euch getäuscht, ihr Tierheimmenschen! Nein! Ich werde mich ganz sicher nicht mehr verlieben!!

Ja, genau das hatte ich vor. Nie, nie, niemals mehr wollte ich mich verlieben! Das dachte ich, bis eines Tages eine Menschenfrau vor mir stand. Sie war still. Ihr Blick hing an mir voller Liebe. Ich spürte das genau, auch wenn ich sie nicht anschaute. Gut fühlte sich das an. Mir wurde warm und wohlig zumute. Höchst verwundert ließ ich diese Gefühle zu. Ich konnte mich überhaupt nicht dagegen wehren, dass ich mich so gut fühlte. Dieser Frau erging es wohl ganz genauso. Denn zwei Stunden später hatte ich eine Familie. Ich wusste damals noch nicht, was das ist, aber das lernte ich sehr schnell. Ich lernte auch, dass diese Familie alles, wirklich alles dafür tat, dass es mir gut ging. Und was ich noch sehr schnell lernte: Wie ich alle Menschen, die zu dieser Familie gehören, dazu brachte, zu tun, was ich will. Uiii, ich sage euch, das war ein Leben! Ständig baute mein Menschenpapa ein neues Zuhause für mich. Als Bauleiter war ich echt einsame Spitze! Endlich hatte ich alles, was ich brauchte und die Krönung war, dass ich mit einem Mädchen lebte. So als Paar – für immer. Naja, nicht ganz für immer. Meine Kleine wurde irgendwann krank und zog um in den Himmel. Aber meine Familie sagte mir, dass ich die winzig kleine Frieda eines Tages wieder sehen werde. Sie sollten Recht behalten, aber davon später. Ich war sehr, sehr traurig, als mein Mädchen nicht mehr da war. So dauerte es nicht lange, bis die scheue, weiße Maja bei uns einzog mit ihren süßen dunklen Flecken. Ein gewöhnungsbedürftiges Persönchen ist das, aber ich kam gut mir ihr klar, wenn sie machte, was ich wollte. Wir fanden einen Weg, auf dem wir es gut miteinander aushalten konnten und manchmal kuschelten wir auch. Ich war so glücklich und zufrieden mit meinem Leben. Da waren die zwei Kinder, Hannah und Lea, die sehr respektvoll mit mir umgingen. Niemals nahmen sie mich hoch, weil sie von ihrer Mama und von der Oma gelernt hatten, dass Kaninchen das gar nicht mögen. Sie streichelten mich nur, wenn ich zu ihnen kam. Manchmal tat ich das auch, vor allem, wenn sie eine leckere Möhre oder Pastinake ganz ruhig in ihren Händen hielten. Sie machten jeden Tag, zusammen mit ihrer Mama, unser Zuhause blitz und blank sauber und legten uns ausschließlich leckeres, grünes, gesundes Futter vor die Nase. Ich war der Allerallerkleinste in dieser Familie. Der Hund und die Katze schauten ab und zu mal vorbei, aber niemand tat mir jemals etwas zuleide. Ich wurde geliebt und geachtet und die gesamte Familie gab mir mein Geburtsrecht zurück, das ich bis dahin nie erhalten hatte: Meine Würde. Dies blieb auch so, als ich nach fast fünf Jahren nicht mehr gut atmen konnte. Puh, das Leben wurde echt anstrengend. Kaum hoppelte ich ein paar Meter, musste ich auch schon anhalten und richtig mühsam atmen. Dadurch lernte ich neue Freunde kennen, die nicht bei meiner Familie lebten. Sie nannten sich „Tierarztpraxis“. Viele Frauen und ein Mann liefen da herum und alle freuten sich, wenn sie mich kommen sahen. Die Frau, also die Tierärztin, nahm mich jedes Mal total verliebt aus meiner Transportbox und steckte ihre Nase und Augen in alle meine Öffnungen. Die durfte das auch. Ich hielt immer ganz arg still, weil ich spürte, dass sie mir hilft. Ja, das tat sie. Ich bekam zwei Jahre lang immer wieder Medizin. Also da muss ich sagen, daheim dann, da machte ich es meinen Menschen nicht so leicht, wie sie diese Medizin in mein kleines Mäulchen kriegen konnten. Aber meine Menschenmama ist sehr kreativ. Sie hat das immer wieder versucht, bis wir uns darauf einigten, dass sie Pastinaken reibt, darin meine Medizin versteckt und dann kleine Türmchen daraus bastelt. So konnte ich das Zeug gut fressen, ohne dass mich jemand hochnehmen und mir die Sachen in mein Mäulchen spritzen musste.

Zwei Jahre machten wir das so und meine Menschenmama war sehr, sehr wachsam. Sobald ich mich ein bisschen anders verhielt, als sonst, wurde ich wieder zu meinen Freunden gebracht und bekam neue Medizin. Eines Tages aber passte meine große, würdevolle Seele nicht mehr zu dem kleinen, immer kränker werdenden Körperchen. Ich hatte meiner Menschenmama klar zu verstehen gegeben, dass meine Seele nun viel mehr Platz braucht und umziehen möchte. Da erwies sich meine beste Freundin in der Tierarztpraxis als wahre Heldin. Obwohl sie mich so sehr liebte, half sie mir, meine Seele gehen zu lassen. Meine Menschenmama hielt mich, meine Menschenoma hielt meine Menschenmama und meine Freundin handelte so liebevoll, wie ich sie seit zwei Jahren kannte – mit einem kleinen Unterschied. Ich schlief ein. Wir hatten viel Zeit, unsere Liebe ein letztes Mal von Körper zu Körper zu spüren. Ich fühlte, wie sich Hände sanft und liebevoll auf mich legten. Ich wusste, dass mein Menschenpapa daheim um mich weinte. Aber nur kurz. Er war bei den Kindern geblieben, die vor dem Schlafengehen nicht die traurige Botschaft von meinem Abschied erfahren sollten. Es war nämlich schon Abend und die Kinder waren sehr müde. Sie hätten Mühe gehabt zu verstehen, was mit mir geschehen werde. Das erzählten ihre Eltern ihnen am nächsten Morgen, wenn sie ausgeschlafen und bei hellwachem Verstand und Herzen waren. Schon viele Tiere hatten sie gehen lassen müssen. Sie sprechen immer noch mit ihnen, weil sie wissen, wir alle sind nicht tot. Wir sind alle noch da, denn wir sind ewige Seelen.

Jetzt bin ich auch einer von denen, mit denen die Kinder und ihre Familie sprechen, ohne sie zu sehen. Heute hat die Menschenmama mit den Kindern die Asche meines Körpers abgeholt. Als sie gestern Mittag die Kinder darauf vorbereitete, meinte die fünfjährige Hannah: „Ah, und der Körper vom Olaf wird dann in die Erde eingegraben, damit der Olaf wieder wachsen kann.“ Wie recht sie hat! Ja, so ist das. Das, was ich einmal auf der Erde bei meiner Familie war, das wird liebevoll begraben. Und das, was ich in Ewigkeit bin, das wächst nun ohne Grenzen im hellen, weiten Himmel weiter und ist dennoch voller Liebe mit meiner Familie und meinen Freunden verbunden. Warum erzähle ich euch das? Ihr lieben Menschen seid oft so lange so sehr traurig, wenn wir Tiere die Erde verlassen. Vielleicht hilft euch unsere wahre Geschichte. Das wünsche ich mir von Herzen, während ich hier, im Himmel, glücklich bin – übrigens: Mit meiner Frieda!

 

Euer kleiner Olaf mit der großen Seele

Ihr Lieben,

ihr habt lange nichts von uns gelesen. Auch im WhatsApp Status wurden wir schon vermisst. Das liegt daran, dass meine Zwillingsmädchen, Hannah und Maiina, gesundheitliche Herausforderungen haben. Um durch diese Lebensphase gut durchzukommen, brauchen sie meine verstärkte Aufmerksamkeit. Sie haben – jede auf ihre eigene Art – durch ihre Blindheit sehr sensible Antennen, sowohl für die Welt der Seelen, als auch für ihr Umfeld und für ihren Körper. Das bedeutet, dadurch, dass ihr Körper sich verändert, verändert sich ihre gesamte Orientierung in allen eben genannten Bereichen. Das wiederum heißt, sie brauchen von mir noch mehr Halt, Sicherheit, Geborgenheit, Struktur, als bisher.

Es bedeutet gleichermaßen, dass ich dadurch wieder neue Erfahrungen machen darf. Das hört auch nach 52 Jahren Leben mit Hunden nicht auf. Das Leben schubst mich regelrecht in die nächste Ebene der Erkenntnisse und feinen Sinne, der Schleier zwischen Himmel und Erde wird noch dünner. Simon, Lotte und Carlos sind von denen, die mich hier begleitet hatten und schon in unsere Seelenheimat vorausgingen, am aktivsten. Vor allem Simon ist hier sehr präsent (wen wundert’s), passt auf uns alle auf, bringt – wie gewohnt – seine Kommentare sehr deutlich zum Ausdruck, organisiert „drüben“, was so zu organisieren ist und hält sein Team am Laufen. Kein Wunder, dass er sagte, er kommt nicht mehr zurück als irgendein Tier mit Körper, der Kerl hat genug zu tun, da wo er jetzt ist. Sie lassen es nicht sein, unsere Tiere. Sie leben ihre „Auf-Gabe“; mit gesundem Körper, mit nicht mehr so gesundem Körper und ohne Körper. So stellte sich auch meine Hannah inmitten einer intensiven Schmerzphase vor mich hin mit der Botschaft: „Ich bin hier immer noch die Heilerin!“ Ich würde ihr sehr weh tun, würde ich ihr das nehmen. Ich verstehe sie nur zu gut, eine Gabe will gelebt werden.

Welche Folgen hat unsere aktuelle Lebenssituation für euch? Für euch ändert sich (fast) nichts. Schon immer begleite ich während unserer Arbeit für euch eigene kranke Tiere und meistens nicht nur eines. Das Einzige, was ich aktuell nicht planmäßig durchführen kann, sind die beiden Live-Seminare, die dieses Jahr noch stattfinden sollten. Das würde meine Mädchen zu sehr belasten. Die Kraft, ein Seminar zu begleiten, haben sie momentan nicht. Genauso wenig werde ich sie in Betreuung noch so liebevoller Hände geben, denn sie brauchen jetzt einfach nur mich.

Und nun kommt das Gute: Was ihr nicht geschafft habt mit vorsichtigem und auch manchmal nachdrücklicherem Bitten, ich möge doch auch Online-Seminare und Workshops anbieten, naja, das schafft nun das Leben. Es ist nicht sehr lange her, das sagte ich zu einer Freundin: „Ich werde nicht in ein Loch (Kamera) glotzen und mir vorstellen, da sitzt ein Mensch drin!“, als wir über Online-Aktivitäten sprachen. Ok, ich mach’s. Es gibt Prozesse, die können – dieser Meinung bin ich auch jetzt noch – ausschließlich Live stattfinden. Aber ich habe so viele Informationen für euch, für euer Leben mit euren Tieren, das kann ich durchaus auch online vermitteln. Es hat tatsächlich, auch das sehe ich inzwischen ein, den Vorteil, dass ich die Botschaften der Tierwelt an sehr viel mehr Menschen weitergeben kann. Demzufolge werdet ihr im Dezember meinen Seminarplan für 2026 erhalten. Es wird eine gut durchdachte Mischung aus Online-, Live-Online und Live-Seminaren sein.

Ihr dürft euch jetzt noch Themen wünschen. Wenn ihr besondere Themen oder Fragen habt oder auch eure Kinder, schreibt mir gerne per E-Mail.

Am 9.11.2025  11h – ca. 12.30h wird unser erstes Online-Treffen stattfinden: Update der Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Workshops „Heilsames Sein und Handeln – Energiearbeit für Lebewesen“ Level 1. Hier könnt ihr eure bisherigen Erfahrungen austauschen, Fragen stellen, Themen wünschen für Level 2 und euch wiedersehen. (Kosten 18€)

Eine weitere Neuerung ist das Versenden eines Newsletters. Wer diesen erhalten möchte, sende mir bitte ebenfalls eine kurze E-Mail.

Ihr Lieben, jetzt seid ihr auf aktuellem Stand. Ich weiß, ihr versteht die Planänderung der Live-Seminare. Ich wäre eine schlechte Hundemama und auch Tierkommunikatorin, würde ich nicht den gesundheitlichen Zustand der Mädchen über meine Seminarplanung stellen. Aber, wie ihr seht, hat das Ganze, wie immer im Leben, auch etwas Gutes. Ich werde künftig auch „in ein Loch glotzen“ und mir vorstellen, ihr sitzt da drin 😉

 

Das war’s erstmal für heute, ich sende euch herzliche, lichtvolle, liebevolle Grüße,

eure Claudia Struwe mit dem gesamten Team aus allen Ebenen

 

 

 

„Guuuten Mooorgeen!!“, schmetterte es mir fröhlich gelaunt und unüberhörbar entgegen, kaum hatte ich einen Fuß in die Praxis für Physiotherapie gesetzt. Der drahtige, stets gut hörbare und nicht minder gut gelaunte Physiotherapeut wies mir einen Raum zu, in dem bereits eine Liege mit Fango-Packung auf mich wartete. Ich öffnete weit das Fenster, um die Wärme der Sonne zu genießen. Kaum befand ich mich in der Waagerechten, setzte auch schon die Entspannung ein, die nun weitere zwanzig Minuten bis zur Behandlung währen sollte.

Was dann geschah, war eine interessante Erfahrung. Ich wurde förmlich von Energien zerrupft, bzw. es zog mich unvermittelt aus meiner Mitte heraus. Ich fühlte, wie Kraft aus meinem Zwerchfell floss, ebenso aus den Ohren, meiner Stirn, meinen Beinen. Es riss mich geradezu in verschiedene Richtungen außerhalb meines Körpers durch die Geräusche und energetischen Felder von draußen. Vorüberfahrende Autos, telefonierende Menschen, Menschen, die mit ihrem Hund redeten oder an ihm herumzerrten. So ganz nebenbei sei erwähnt, das Ganze fand in einem kleinen Dorf statt, also nicht vergleichbar mit der Fluktuation in einer Stadt. ‚ Ah! So fühlt sich das an, wenn man nicht im Wald lebt!‘, war mein erster Gedanke. Ich gebe zu, ab und zu scheint mir ein bequemeres Leben in zivilisierterer Umgebung alleine aufgrund meiner körperlichen Grenzen recht verlockend. Letztendlich ist mir jedoch sehr bewusst, welch Glück ich habe, unter Bäumen leben zu können. Nach diesem kleinen Gedankenausflug kehrte ich mit meiner Wahrnehmung wieder zurück zur Beobachtung meines Energieverlustes auf der Liege in der Physiotherapiepraxis und stellte ihn experimentierfreudig mehrmals ab und schaltete ihn wieder an. Das Gefühl dieses Energieverlustes kenne ich unter anderem von meiner Arbeit mit Haustieren. Nicht selten lassen sie mich spüren, was sie empfinden, wenn ihre Menschen Podcasts lauschen oder Filme schauen, Streitgespräche führen, etc. Alles, was wir Menschen mit unseren Sinnen aufnehmen, schießt regelrecht ungefiltert in das gesamte Energiesystem unserer Haustiere hinein. Die Spannung eines Krimis zum Beispiel verursacht bei einem sensitiven Tier, vorwiegend bei Hunden, starke Anspannungen im Zwerchfell oder im Verdauungsapparat. So ist es auch für meine Tiere, wenn ich arbeite, wobei es keine Rolle spielt, ob am Telefon, in der Praxis oder beim Naturcoaching. Die Hunde nehmen die Energien auf, mit denen ich zu tun habe. Alle Tiere nehmen die Energien auf, mit denen ihre Menschen zu tun haben. Nicht umsonst achte ich auf die Art der Aufträge, die ich an einem Tag annehme, auf die akustische und haptische Gestaltung der Umgebung in unseren Pausenzeiten. Es gibt bestimmte Düfte, auf die meine Tiere mit Entspannung reagieren, genauso läuft bei uns in der Mittagspause und beim Einschlafen am Abend eine CD von Deuter, die mir eine Freundin vor einiger Zeit geschenkt hatte. Alle meine Hunde lieben Kuscheldecken, auch wenn es heiß ist. Dann sind es eben kühlende Baumwolldecken, die sie zum Einkuscheln bekommen. Nach jedem einzelnen Auftrag brauche ich Zeit, die aufgenommenen Energien wieder abzugeben, ebenso meine Tiere. Ob wir dann durch den Wald laufen, Blödsinn machen, in die Stille gehen, etc., hängt von mehreren Faktoren ab. Ohne bewusste Energie- und Gedankenhygiene ist unsere Arbeit nicht machbar. Ohne bewusste Energie- und Gedankenhygiene ist Leben an sich in der heutigen Zeit nicht machbar. Die Leidtragenden, wenn wir das nicht ernst nehmen, sind nicht nur wir, sondern auch unsere Kinder, Enkelkinder und unsere Tiere. Sie können sich nicht herausziehen, sie zeigen dann Verhaltensweisen, die uns „stören“ oder nachdenklich machen. Dass wir selbst für uns verantwortlich sind, ist klar, auch wenn wir das gerne vernachlässigen. Aber wir sind in hohem Maße für die verantwortlich, die mit uns leben und auf uns angewiesen sind. Wir haben darauf zu achten, dass wir, unabhängig von Schmerzen, Sorgen, negativ empfundenen Erfahrungen, in unserer eigenen, guten Energie bleiben oder zu ihr zurückfinden und Freude ausstrahlen. Selbstverständlich gelingt auch mir das nicht immer. Übergriffige Menschen und doofe Situationen gibt es nun einmal und wir sind schließlich auch nur Mensch. Doch es darf uns bewusst werden und dazu bringen, dass wir handeln. Sofort. Mit Liebe zu uns und unseren Anvertrauten OHNE Hass gegen die Störenfriede, die uns unbewusst den Spiegel vor die Nase halten.

„Sie ist ja noch da!“, stellte der hereinstürmende Physiotherapeut voller Freude fest. Ja, es gab auch Zeiten, da ich aufgrund zeitlicher Verzögerung fluchtartig die Praxis verließ, weil ich meine Klienten nicht warten lassen wollte. „Und, wer wartet heute auf Sie, Amerika?“ „Nee, heute wartet die Schweiz.“, lachte ich und schon waren meine Energien wieder alle bei mir gelandet. So einfach kann es sein. Es ist alles eine Frage des Bewusstseins. Ich freue mich sehr, dass ich euch auf diesem Weg begleiten darf, wie auch immer er sich gestaltet für euch und mit euch. Danke von Herzen,

eure Claudia

Hallo ihr Lieben,

was erwartet man denn von einem Menschen wie mir? Ich bin nicht selten überrascht, wenn Besucher meiner Praxis ihre Überraschung über mich kundtun. „Ui, du bist ja gar nicht so still und salbungsvoll, wie ich das erwartet hatte. Du lachst ja voll viel!“ Äh….ja…warum auch nicht? Ich gebe zu, dass mein Beruf nicht immer zum Lachen ist, vor allem bei der Arbeit mit leidenden Tieren. Aber grundsätzlich mag das Leben Humor und ich auch. Spirituell bin ich, das streite ich nicht ab. Ebenso wenig streite ich meine Bodenständigkeit ab. Im Gegenteil, sie rettet mich! Aber wer bitte hat denn gesagt, dass spirituelle Menschen immer still und bedächtig durch die Welt schleichen? Selbstverständlich liebe und brauche ich Stille. Sie ist meine Nahrung, mein Lebenselixier. Aber diese Stille findet eben auch in der Stille statt. Daheim. Im Wald. Mit Gott. Mit meinen Tieren. Obwohl….mit Gott bin ich auch nicht immer still, wenn ich auch nicht mehr so oft mit ihm diskutiere, wie in früheren Zeiten.

An eine solche diskussionsreiche Geschichte muss ich heute noch oft denken. Als ich vor ca. 25 Jahren einen Anruf erhielt von einer Dame mit französischem Akzent, wusste ich schon im voraus, das wird interessant werden. Wir vereinbarten einen Termin für energetische Fußmassage und als ein paar rotlackierte Highheels meine Praxis betraten, war mir beim ersten Blick schon klar, dass der Mensch, der sich elegant in diesem Foltergeräten bewegte, Migräne haben musste. Das zu erkennen, hatte allerdings absolut gar nichts mit Hellsichtigkeit oder energetischer Arbeit zu tun. Die Reflexzonen für den Kopf steckten nun einmal fest eingequetscht in diesen Schuhspitzen drin. Wenn Großzehen schreien könnten, hätte meine Vermieterin die Polizei gerufen! Auch der Rest der Dame war bis ins kleinste Detail elegant gekleidet. Da passten die Ohrringe zum Nagellack, vom Designerkostüm ganz zu schweigen. Als Topping formte dann noch ein bildhübsches Gesicht, umrahmt von einem schicken Kurzhaarschnitt den krönenden Abschluss der Figur. In dem gut aussehenden Kopf steckte zudem ein Gehirn mit Grips. ‚Wow‘, dachte ich damals mit meinem jugendlichen Leichtsinn, ‚welch eine Erscheinung! Da brauchts doch nur ein Fingerschnipsen und die Männerwelt steht Schlange!‘ Nett und offen für meine Arbeit war sie auch, also konnte ich den Füßen ohne Folterschuhe professionell begegnen. Meine Blitzdiagnose hatte sich bestätigt, sie klagte über häufige Migräne. Also bat ich, wie immer, Gott um Führung und legte los. Nein. Ich wollte loslegen. Aber ich konnte nicht. Stattdessen begann wieder einmal eine meiner Diskussionen mit den Himmeln. Leider bin ich des Pokerfaces nicht mächtig, sodass die Dame sofort in meiner Mimik erkannte, dass irgendetwas nicht stimmte. Mist! ‚Jetzt bringst du mich echt in eine Bredullie!!‘ schimpfte ich lautlos mit Gott. Auch wenn ich wusste, dass ich diese Diskussion verlieren würde, suchte ich eine Hintertür. ‚Ist etwas Schlimmes mit mir? Man hat mir gesagt, dass Sie Sachen sehen. Was sehen Sie? Bitte, Sie müssen mir das sagen!!‘, flehte mich die Fußbesitzerin an. Ich schimpfte still weiter: ‚Mannomann!!!! Warum soll ich ihr das sagen???! Ich hab schon so viel Unmögliches für DICH gesagt, warum das jetzt auch noch?!‘. Schweigen. Beharrliches Schweigen. Nicht selten brachte mich dieses bestimmte Schweigen in echte Verzweiflung, die dann mein Herz derart stolpern ließ, dass ich fürchtete vom Stuhl zu fallen. Naja, ich war es gewohnt und, wie gesagt, damals hatte ich noch Kampfgeist. Oder eher Trotzgeist, – auch wenn mir bewusst war, dass er wenig bis gar nicht zielführend war. Denn in Wahrheit hatte ich mich entschieden, im zarten Alter von zehn Jahren… Aber das ist eine andere Geschichte. Zurück zu der hübschen, langsam ebenso verzweifelnden Dame, deren gequälten Füße ich in meinen Händen hielt, ohne daran zu arbeiten. ‚Ihre Migräne kommt von den engen Schuhen.‘ Es war einen Versuch wert. Also begann ich fachkompetent mit den Ausführungen, was solche Schuhe mit dem Großzeh machen und …… Sie studierte mein Gesicht. ‚ Das glaube ich Ihnen, aber das ist es nicht. Da ist noch etwas anderes. Ich habe es in ihrem Gesicht genau gesehen!‘ ‚Also gut!‘, ich gab auf. ‚Es tut mir jetzt echt sehr leid, ich möchte ganz und gar nicht in Ihre privateste Privatsphäre eindringen. Aber ich soll Ihnen sagen: Kaufen Sie sich neue Unterhosen.‘ So. Es war raus. In Erwartung eines Wutausbruches hielt ich die Luft an. ‚Das glaube ich jetzt nicht!‘, platzte es aus ihr heraus. Sie können das doch gar nicht wissen!‘ Ich verharrte stumm auf meinem Stuhl. ‚Ich wünsche mir so sehr einen Partner, aber immer wenn ich einen Mann kennenlerne und es könnte intim werden, ziehe ich mich zurück. Denn ich habe starke Probleme mit meinen Nieren und ich trage immer sehr unattraktive Unterhosen aus Wolle.‘ Krass. Gefasste Sprachlosigkeit vertrieb mein stolperndes Herz, während die Dame ihre Ergriffenheit nicht zu verbergen versuchte. Sie weinte ob der schier ausweglosen Situation, denn sie sehnte sich nach einem Partner und hatte auch keinen Mangel an Gelegenheiten – wen wundert’s – aber halt die Unterhosen! Das war wieder einmal einer jener himmlischen Knaller, die mich verdammt viel Mut kosten, aber für die ich mich dann doch gerne aus dem Fenster gelehnt habe. Im Nachhinein, wohlgemerkt. Die Behandlung konnte ich mit ein paar kurzen Tipps von Frau zu Frau abschließen, die sie erleichtert annahm. Ja, auch Pragmatismus macht durchaus Sinn. Der Mix macht’s.

Als sie die Praxis verließ, fragte ich sie: ‚Also, was ist jetzt dran?‘ ‚Neue Schuhe und der nächste Dessous-Laden ist meiner‘, zwinkerte sie mir fröhlich zu. Einige Wochen später erhielt ich eine SMS. ‚Liebe Frau Struwe, ich bin Ihnen so dankbar. Ich hatte bisher keinen einzigen Migräneanfall und der Besuch im Dessous-Laden war auch erfolgreich. Ich bin glücklich. Danke.‘

Ich grinste in den Himmel.

In diesem oder anderem Sinne, habt alle eine fröhlichen Sommersonnenwende 🙂

Herzlichst, eure Claudia

Ihr Lieben,

wie ihr möglicherweise schon bemerkt habt, werden meine Blog-Artikel selten in letzter Zeit. Das liegt daran, dass ich euch und den Himmeln sei Dank viel für euch und / oder eure Tiere tun darf. Zusätzlich zum „Brückenbau“ zwischen Menschen und anderen Tieren oder der für viele (noch) unsichtbaren Welt oder Mutter Erde nimmt die Zahl der Heilbehandlungen für Mensch und Tier stetig zu. Woran das liegt, kann sich jeder sicher denken. Die Zeiten sind reich gespickt mit Unsicherheiten, Krankheiten, Stress, Verwirrung, Ratlosigkeit und gleichermaßen mit zahlreichen „Ratgeberkanälen“ jeglicher Art, die uns erzählen, was wie warum und wodurch jetzt für uns dran sein soll.

Einige wenige dieser Informationen sind tatsächlich von ehrlicher Qualität mit reiner Absicht. Was ich aber von euch und durch eure Tiere immer wieder erfahre ist, wie viel ihr euch anhört oder lest, um bessere, informiertere Menschen zu WERDEN. Vor allem, wenn ich bei meiner Arbeit mit euren Tieren eine Zeit lang in ihren Köpfen wohne, fühle ich mich (als euer Tier) stark überfordert von dem ganzen Lärm im Kopf. Ich bin sicher, es ist euch nicht bewusst, was das mit den Tieren macht, wenn ihr einen Podcast nach dem anderen laufen lasst. Auch der Kopfhörer ändert da nicht viel daran. Denn, wie ihr wisst, SEHEN und HÖREN unserer Tiere ALLES, was in unseren Köpfen stattfindet. Und – mal ehrlich – es ist doch eine unablässige Gedankenflut, der wir uns und damit unsere Tiere aussetzen. Warum meint Mensch, dass dies nötig sei? Manchmal ist es auch einfach nur Ablenkung. Von der Stille, von sich selbst. Doch genau das ist es, was wir im Grunde brauchen, um Antworten zu empfangen, am besten noch ohne die Fragen dazu zu stellen. Stille und uns selbst. Denn wenn wir das haben, öffnen sich nach und nach unsere Kanäle, mit denen wir Informationen aus der reinen, unverfälschten Quelle des Seins erhalten. Und das Schöne daran ist, es ist einfach einfach. Selbst wenn wir uns dem Geplapper der Social Media nicht aussetzen, plappert unser Hirn uns gern und rastlos voll. Auch das stresst, lenkt ab und verstopft die Antennen zum wahren Sein.

Deshalb bin ich immer wieder sehr erfreut, wenn ich höre, dass ihr euch die Zeit nehmt, ein paar Minuten oder auch Stunden an einen Baum gelehnt im Wald zu verweilen. Auch wenn ich durch  Energiebehandlungen über die Ferne oder in meiner Praxis Schritt für Schritt Heilbringendes anstoßen darf – eure Essenz und die eurer Tiere freizulegen, zu stärken, Kanäle zu reinigen. Vertrauen in die eigene Wahrnehmung und somit wieder ins Leben an sich paaren sich mit tiefer, innerer Freude, die sich wiederum auswirkt auf das Umfeld. Je mehr Menschen sich selbst vertrauen und ihres Lebens freuen, umso mehr verändert sich die Welt. Fangen wir also innen an, tief in uns drin und geben wir dann auf ureigene Weise an andere weiter, was das Leben von uns wünscht. Da ich weiß, was das Leben sich von mir wünscht, bin ich der Eingebung des heutigen Tages gefolgt und gebe offenen Herzens und freien Geistes weiter, was euch helfen kann, heilsam zu sein für euch selbst und eure Lieben mit dem Workshop: „Heilsames Sein und Handeln / Energiearbeit für Lebewesen“ am 3.8.2025. Nähere Infos bei ‘Workshops / Vorträge‘.

RESPEKT VOR GEFÜHLEN

Als du bei uns ankamst, zeigte schon die Ouvertüre, mit der du vor neun Jahren das Konzert deiner Gefühle eröffnet hattest, was auf uns alle zukommen wird. Es waren nicht nur deine verzweifelten Schreie, die um 24h die Nacht erfüllten, als die Tierschützerin dich vor unserer Haustür aus dem Auto hob. Du zeigtest auch eine komplette Verwirrung deiner Gefühle, als du deine Zwillingsschwester Hannah, die du ein Jahr lang schmerzlich vermisst hattest, wahrnahmst. Hätten wir dich gelassen, hättest du sie in deiner blinden, verzweifelten Überforderung mit den auf dich einprallenden Sinneseindrücken und deinen damit verbundenen Emotionen aufs Schärfste angegriffen. Es war sofort klar, dass wir alle sehr viel Energie, Zeit und vor allem Liebe und Klarheit aufbringen werden, um für dich und uns ein angenehmes Leben zu erschaffen. Es war ein langer, langer Weg, mein Mädchen, der sowohl Irrwege beinhaltete, als auch zermürbende Ratlosigkeit. Wir alle sind diesen Weg gegangen, – wir mit dir, du mit uns. Aus tiefstem Herzen dankbar bin ich dir für diese Reise in die versteckten, dunklen Pfade deiner Seele, die sich – wie kann es anders sein – in den vergangenen neun Jahren als unverzichtbare Anteile meines eigenen Lebensweges zu erkennen gaben.

Ein kleines Beispiel des gestrigen Tages dafür, wo wir heute stehen, möchte ich für dich und mich und für Menschen, die mit ihrem Tier vor einem scheinbar unlösbaren Rätsel stehen, heute rekapitulieren. In unserer Mittagspause machten wir beide uns auf den Waldweg hinter unserem Häuschen. Ursprünglich hatte ich vor, dich ein paar von den kleinen Leckereien, die ich für diesen Zweck mitgenommen hatte, suchen zu lassen. Doch schon nach den ersten Metern hautest du abrupt die Bremse rein. Mitten auf dem Weg bliebst du sitzen wie ein Fels. Urplötzlich warst du in einer inneren Leere gelandet, die es dir unmöglich machte, einen Fuß vor den anderen zu setzen. Leider hat das Leben dich nicht nur mit augenlosen Augenhöhlen ausgestattet, sondern auch mit den Genen eines Meutejagdhundes. So wurde in den Zeiten vor deiner enormen seelischen Entwicklung ausgenommen jeder Spaziergang zu einer Odyssee für dich und mich. Denn wir leben im Wald und die Gerüche der Wildtiere ließen bei jedem Schritt dein Gehirn Samba tanzen. Gestern aber hatte sich gezeigt, wie reif dein Gehirn und deine Seele heute sind. Du ließest zu, dass ich deine innere Leere wahrnehme. Alleine das war ein großer Fortschritt. Was hatte ich nun zu tun? Anders gefragt, was hätte ich getan, wäre mir der Grund und dein Zustand nicht bewusst, hätte ich ihn nicht in mir selbst nachfühlen können? Ich hätte dich wahrscheinlich versucht, mit den Leckereien zum Weiterlaufen zu animieren. An dieser Stelle sei nebenbei erwähnt: Dass „einfach Weiterlaufen und den Hund mitziehen“ und diverse andere Ratschläge, die einem Hundehalter in solchen Fällen gegeben werden, sich hier als kontraproduktiv und entwürdigend erweisen, erklärt sich von selbst. Aber zurück zu dir und mir und gestern: Du saßest wie ein Fels, ließest mich deine innere Leere wahrnehmen. Dann fühlte ich, dass du gerade ein Gefühl in dir wahrnahmst, welches du nicht einordnen konntest. Während ich gut geerdet und gelassen bei mir blieb, schuf ich für dich mental einen geschützten Raum. Nun führte ich dich behutsam in deinen inneren Raum hinein, damit du den Gedanken finden konntest, der dieses für dich undefinierbare Gefühl ausgelöst hatte. Endlich, nach einigen Minuten, konntest du ihn erkennen. In Menschensprache würde er ungefähr so lauten: „Ich bin tief in mir drin traurig, weil ich nicht sehe, was ich rieche.“ Wow!! Mein Schatz, welch eine Entwicklung! Statt voller Wut in den Wald zu kreischen: „Kommt alle her, ich töte euch, bevor ihr mich tötet!!!“, stellst du dich dem Gefühl dahinter: Traurigkeit. So verweilten wir beide ruhig nebeneinander. Du lebtest deine Traurigkeit und ich hielt den schützenden Raum für dich aufrecht. Ich fühlte deine Traurigkeit mit ohne die geringste Spur von Mitleid. Denn auch das wäre eine respektlose Reaktion. „Ja, mein Schatz. So ist das. Du riechst die Tiere und du siehst sie nicht. Und nein, das ist nicht nur schlimm, das ist absolute Oberscheiße! So ist das und das können wir nicht ändern. Lass dir Zeit für dein Traurigsein.“

Warum konnte ich an dieser Stelle so mit dir reden? Weil du in den vergangenen Jahren durch unsere gemeinsame innere Arbeit erkannt hast, dass du genau wie du bist, ein toller Hund bist. Du bist dir deiner Ressourcen und Persönlichkeit bewusst. Du weißt, dass du von uns in der Familie geachtet und geliebt bist. Und du weißt, dass du als Coaching-Assistentin einen hervorragenden Job machst. Ein paar wenige private Menschenfreunde hast du auch. Aber gestern warst du eben in diesem einen Moment traurig. Es tat dir gut, dass ich dein Gefühl ernst nahm, bestätigte und vor allem, dass ich dein Halt war. Wir hatten uns klar dafür entschieden, dass du jetzt traurig bist. Punkt. Nach einer Weile wurde dein Körper weich. „Bin fertig mit traurig. Lass uns nach Hause gehen.“, wären in etwa deine Worte gewesen, wärest du ein Menschenkind. Ich musste mich sehr zusammenreißen, um nicht schallend zu lachen. Aber ich gebe zu, dass ein Lächeln durch mein Herz huschte, was dir natürlich nicht verborgen blieb. Den Rest des Tages verbrachtest du schlafend. Das war eine riesengroßer Schritt, den du da gemacht hast und kostet sehr viel Energie. Essen, Trinken, Schlafen, Speichern…..das war jetzt dran.

Du wirst – je nach körperlicher und mentaler Verfassung und den äußeren Umständen – ganz sicher wieder deine Traurigkeit in der alten Form der Wut ausleben, da mache ich mir keine Illusionen. Das ist aber auch vollkommen unwichtig. Wichtig für dich ist, dass du dir selbst wieder ein Stückweit nähergekommen bist. Das ist, was zählt, mein nicht mehr immer lautes Mädchen mit dem zarten Herzen. Danke, dass du bei uns bist.

 

Claudia M. Struwe