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Jedem Ende wohnt ein Anfang inne

Ihr Lieben, es ist Karsamstag, der 04.04.2026 und ich drücke mich seit Tagen davor, diesen Osterbrief zu schreiben. Ich weiß, dass einige von euch darauf warten und ich möchte euch nicht umsonst warten lassen. Jedoch kann ich stets nur aus meinem Herzen schreiben. Ich überlege nicht. Es schreibt aus mir heraus und ich wusste, sobald ich den Laptop aufklappen werde, werden meine Finger über die Tastatur fliegen und ich werde die Kontrolle abgeben. Den Tag über erledigte ich noch meine Büroarbeit, während Jule ständig meine Finger ableckte und penetrant versuchte meine Hände mit ihren Pfoten auf die Tastatur zu schieben. „Schreibe endlich!“ Auch jetzt liegt sie neben meinen Händen und bewacht aufmerksam, ob diese auch tun, was sie tun sollen. Also schreibe ich.

Es wird persönlich werden, traurig und schmerzhaft. Doch am Ende wird das, was ihr lest, euch freudig und lichtvoll stimmen. Viele Menschen wünschen sich seit gestern schon „Frohe Ostern!“ – so, als gäbe es den Karfreitag nicht. Wer möchte auch schon in diese Todesstimmung eintauchen. In das Leid, das dieser Auferstehung, die wir an Ostern feiern, vorausgeht. Dabei ist doch gerade jetzt die Zeit, in der wir so viel Leid überall um uns herum sehen, miterleben. Auch das Leid in uns selbst kommt in der aktuellen Zeit mehr und mehr an die Oberfläche. Es lässt sich nicht mehr verdrängen. Es will gesehen werden. Ich bin in der glücklichen Lage, ausschließlich mit Menschen in Kontakt zu sein, die sich das, was da jetzt in ihnen hochploppt, auch ansehen. Meistens tun sie das, weil mindestens eines ihrer Tiere den Anlass dazu gibt. Denn wir wissen, wenn wir etwas mit uns herumschleppen, was wir uns nicht anschauen, dann wird es unser Tier für uns tragen. Genau das hätte auch meine blinde Hündin Hannah getan. Jeder, der bisher mit mir gearbeitet hat, kennt sie. Die Hündin, die für dieses Leben die Blindheit wählte, um sich das wahre Sehen zu bewahren. Hannah war eine von drei blinden Geschwistern, die bei uns lebten. Ihr Bruder ging ihr Weihnachten 2021 voraus. Fünf Jahre später, nach über einem Jahr Krankheit, die ihr das Leben am Ende unerträglich schmerzhaft machte, war es auch für Hannah Zeit, an Abschied zu denken. Doch das Mädchen war zäh. Ihr Wille war genauso stark, wie ihre Liebe zu ihrer Familie, zu uns. Sie wusste, ihre Schwester würde ihren Tod nicht oder nur schwer verkraften. Sie wusste auch, dass in meinem eigenen „Claudia-Versum“ ein Leben ohne Hannah nicht wirklich stattfand. Seit 53 Jahren lebe ich mit Tieren zusammen und seit genau so langer Zeit kenne ich den Tod. Jedes der vielen Tiere, die an meiner Seite waren, begleitete ich bis zur letzten Minute und darüber hinaus. Jeder Tod ist individuell und so war es jetzt eine neue Erfahrung für mich, erleben zu müssen, dass sich ein Lebewesen nicht von mir trennen möchte. Sie war die Heilerin der Familie und obwohl die Katze Jule diesen Job am Ende übernommen hat, war Hannah in dem festen Glauben, dass wir definitiv nicht ohne sie klarkommen würden. Sie hätte sich geopfert. Sie hätte mit weiteren Medikamenten noch eine weitere Schleife gedreht, wie sie es zuvor schon ein paar Mal getan hatte. Doch ich wusste, nun musste ich die Entscheidung treffen, auch wenn die Hündin Hannah damit nicht einverstanden sein würde. Ihre Seele wusste es auch und stimmte zu. Aber die nicht selten sture Persönlichkeit, die Hannahs Seele 12 Jahre lang ein Zuhause gegeben hatte, wollte nicht gehen. Wen wundert’s. Sie hat ihr ganzes Leben lang ihr eigenes Ding gemacht und das ganz erfolgreich. Ich war also gefordert bis auf den tiefsten Grund meines Herzens, meiner Gefährtin in ihren letzten Minuten Stärke und Halt zu sein und sie am Ende aktiv in den Tod zu führen. Ihr Freund Simon, der im März 2024 in seine Seelenheimat gereist war und Hannahs Bruder Jack warteten bereits auf sie. Normalerweise zögern liebende Seelen nicht, ihre sterbenden Freunde abzuholen. Simon und Jack aber warteten voller Ehrfurcht vor Hannah, bis sie bereit sei, sich abholen zu lassen. Die Tierärztin konnte die finale Spritze nicht geben, weil Hannahs Herzschlag noch zu schnell war. Auch, dass ich Hannah versicherte, sie werde schon sehen, dass ich es auch ohne sie schaffe, half nicht. Immer wieder überprüfte die Tierärztin den Herzschlag und schüttelte den Kopf. Ich musste handeln. So betete ich entschlossen um die Kraft, die allein die Quelle allen Seins mir geben konnte. Sofort durchströmte mich eine unvergleichlich starke, „All – wissende“ Liebe, die sich paarte mit meinem ziemlich menschlich pfälzischem Charakter. Mit unmissverständlicher Entschlossenheit befahl ich den beiden wartenden Jungs: „Schafft euch jetzt sofort hierher und holt die Maus ab!!!“  Obwohl der gesamte Prozess im Stillen vonstatten gegangen war, überprüfte gleich danach die Tierärztin wieder Hannahs Herzschlag. Sie nickte. Hannah konnte endlich gehen.

An diesem 16. März 2026 begann für uns schon die Osterenergie zu wirken. Jesus wusste nur zu gut, warum er bei seinem letzten Treffen vor seinem körperlichen Tod seine engsten Freunde anwies, vielleicht sogar anflehte: „Wenn ich nicht mehr bei euch sein werde, bleibt unbedingt in mir, in meiner Liebe, wie ich in euch bleiben werde!“, denn so seien sie gewappnet gegen alles, was kommen möge. Genau das hat Hannah und mich durch ihren Tod getragen: Diese starke, machtvolle, essentielle Liebe, die uns alle verbindet. Hier auf der Erde und im ewigen All. Genau dieselbe Liebe war es dann auch, die mich gerade einmal zwei Tage nach Hannahs Abschied überraschte. Mich erreichte ein Notruf wegen eines Pferdes. Ich kenne den betagten Buben und nachdem seine Menschengefährtin mich gebeten hatte, nach ihm zu sehen, war das erste, was ich sah – Hannah! Wie ich nun mal so bin, wollte ich sie gleich wieder wegschicken, sie könne ja wohl noch nicht erholt sein und blablabla…. Das beeindruckte dieses allerdings mich sehr beeindruckende weise Wesen in keinster Weise. Und ja, sie wegzuschicken war ja auch eher lächerlich von mir gewesen, aber die Macht der Gewohnheit forderte eben kurz ihre Rechte. Allerdings wirklich nur sehr kurz, denn das Hannah-Wesen ging sofort in medias res, sodass ich keine Zeit hatte, über irgendetwas nachzudenken. Sie fütterte mich mit Informationen über den Patienten und blieb bei ihm, solange er sie brauchte. Das war erst der Anfang ihres Wirkens als „Hannah – Seele“. Während Simon immer dann auftaucht, wenn es für mich gefährlich oder für ihn interessant werden könnte, zeigt sich Hannah dann, wenn Menschen oder Tiere, die sie durch unsere gemeinsame Arbeit kennt, Hilfe brauchen. Unsere Beziehung hat sich verändert. Zwischen uns besteht eine Innigkeit, die nicht an persönliche Strukturen gebunden ist. Oder einfacher: Freiheit, Klarheit, Essenz. Ich bin gespannt, was ich mit diesem ‘Gespann‘ Hannah – Simon noch erleben werde!

So schwer die Minuten des Abschiedes für uns beide waren, so stark, hell, klar und mächtig ist jetzt unsere Verbundenheit und unser gemeinsames Wirken. Ihr Lieben, ich bin einfach nur dankbar, dass ich es immer wieder erleben darf. Deshalb gebe ich es auch genau so, wie ich es erlebe, an euch weiter. Vielleicht hilft euch unser Leben, unser Sterben und unser Sein zu erkennen: Jedem Ende wohnt ein Anfang inne. In diesem Sinne wünschen wir euch von Herzen ein erleichtertes Wahrnehmen dieser Liebe, die niemals endet. Und wenn es so scheint, als sei sie für euch gestorben, legt die Hand auf euer Herz und fühlt.

Frohes Osterfest wünschen euch

eure Claudia mit ihren Freunden hier bei mir und aus den Himmeln 😉

Ihr Lieben,

ich möchte mich heute einmal ganz privat und von Herzen bei euch bedanken. Nicht nur für euer Vertrauen, das ihr mir entgegenbringt. Euer Wohl und das Wohl eurer Tiere liegt mir sehr am und im Herzen.

Ihr seid das lebendige Beispiel dafür, dass man sich nicht profilieren muss, um gesehen zu werden. Im Gegenteil. Wenn ich an die vergangenen Workshops denke, so hat sich dort eine Atmosphäre der Nächstenliebe und Akzeptanz etabliert, die den anderen fördert und fordert, wodurch die Gruppe mental wachsen und somit jeder Einzelne (stimmt, ich gendere nicht 😉) sich in seinem Tempo und seiner individuellen Ressourcen entsprechend entwickeln und entfalten kann.

Auch in den Einzel- und Paargesprächen seid ihr bereit, an die Essenz zu gehen, euch selbst zu finden, zu verändern, weil ein Wesen in eurem Umfeld, menschlicher oder tierlicher Natur, euch Anlass dazu gibt. Ihr reflektiert euch, stellt euch den Themen, die sich zeigen und bleibt dran. Und das macht jeder auf seine ganz eigene Art. Wie ich das liebe! Denn das ist meiner Meinung nach der Weg, seine Ressourcen sich seiner selbst bewusst einzusetzen und auszustrahlen. Im Grunde also, ganz genau so zu sein, wie unsere Kinder, Enkelkinder und Tiere! Einfach sein, wer man tief in sich drinnen wirklich  ist – und dadurch in anderen damit einen Funken zu entfachen, mit dem er zu einem neuen Bewusstsein gelangen kann. Die meisten von euch begannen diesen Weg nicht ihrer selbst willen, sondern weil ihr Tier auf irgendeine Weise gezeigt hat, dass etwas nicht stimmt. Für unsere Tiere tun wir alles, sogar uns selbst entwickeln, um sie zu entlasten und in die Klarheit zu kommen, die sie so sehr von uns brauchen. Ja, das Leben kennt so viele Wege, wie es Tiere und Menschen gibt. Mir ist es seit drei Jahrzehnten eine große Freude, jeden einzelnen Menschen, jedes einzelne Tier wahrzunehmen, zu erkennen und mit ihm gemeinsam den ur-ur-ur-eigenen Weg zu entdecken und Tier und Mensch dabei zu begleiten.

Und jetzt möchte ich einigen von euch ganz persönlich von Herzen danken für etwas, das ebenfalls nicht selbstverständlich ist. Ihr kennt meine Tiere durch Videos und meine Hunde kennen viele von euch persönlich. Ihr habt mitbekommen, dass es meiner Hannah seit einem Jahr gesundheitlich nicht gut geht. Ihr wisst aber auch, dass ich es vermeide, über ihren Gesundheitszustand zu sprechen. Denn Mitleid oder auch nur Mitgefühl, das möchte Hannah nicht haben. Somit würde es ihrem Zustand entgegenarbeiten, wenn ich euch auf dem Laufenden halten würde. UND IHR AKZEPTIERT DAS! Dadurch, ihr Lieben, tragt ihr Hannah mit durch ihre Herausforderungen hindurch. Das fühlt sie, das fühle ich und dafür danken wir euch!

Ich wünsche euch für dieses schon nicht mehr ganz so frische Jahr, dass ihr euch weiterhin frei haltet von Einflüssen, die nicht gut für euer wirkliches Dasein sind. Dass ihr euch weiterhin mehr und mehr findet und vor allen Dingen lebt. Dass ihr mit euren Tieren ein „Wir“ leben werdet, für das sie zu euch gekommen sind. Die Zeit ist reif und wir sind es auch.

In diesem Sinne,

herzlichst, eure Claudia Struwe mit allen Tieren im und um das Häuschen 😊

 

Ihr Lieben,

wieder einmal habe ich ein Beispiel für euch, wie wertvoll es ist, wenn wir gut bei uns sind, unabhängig davon, was sich im Außen zeigt. Denn wenn wir präsent sind in unserem Leben für uns und unsere Lieben, fühlen wir, was zu tun ist. Dann sind wir die besten Wegbegleiter für unsere Tiere, wie auch sie es für uns sind.

Peppa, die sehr reife Kaninchendame hier im Haus, drangsaliert ihren gutmütigen Partner Emil stärker, als je zuvor, sodass ich nicht selten eingreife, damit der Bub in Ruhe fressen und schlafen kann. Da ist schon ab und zu eine saftige Standpauke fällig. Beim Krallenschneiden zeigte sich meine Tochter, die als Haltehilfe diente, todesmutig während Peppas Beißversuchen, die unter anderem auf ziemlich empfindliche Körperstellen gerichtet waren. Peppa ist zwar von Natur aus ein kleiner Tyrann, aber diese extrem starke Angriffslust hatte auch andere Gründe. Selbstverständlich wird sie seelisch und körperlich unterstützt, was nicht verhindert, dass deutlich sichtbar ihre Lebenskraft insgesamt gesehen kontinuierlich abnimmt. So auch in der Nacht vom fünften auf den sechsten Januar. Es war 24 Uhr und bei meinem letzten Tierversorgungskontrollgang fiel mir auf, dass mit meiner Omi etwas nicht stimmte. Sie saß mit dem Rücken zu mir, Emil verweilte wieder geduldig in seiner von ihr zugewiesenen Ecke. Als ich sie aufnahm, wehrte sie sich nicht. Sobald sie in meinen Armen lag, legte sie ungewöhnlicher Weise ihr Köpfchen ab und aus den aufgepusteten Muckis schien die Luft fast hörbar zu entweichen. Ich versorgte mein Mädchen mit seiner Medizin und setzte mich daraufhin mit ihr auf mein Bett. Sobald ich eine Hand von ihr löste, begann die Kleine zu zittern. Ihre Atmung verflachte zunehmend, ab und zu zuckte der schwache Körper und die Augen wurden kleiner. Es zeichnete sich ab, was geschehen würde. Schmerzmittel hatte ich ihr gegeben. So blieb weiter für mich nichts zu tun, als: Vertrauen, Hingeben, Lieben. Mit der Zeit verwischten sich die Grenzen zwischen meinen Händen und ihrem Körper, zwischen meinem Herzen und ihrem Herzen. Ich begann vor meinem inneren Auge ihre bisherigen Weggefährten zu sehen, die sie alle ziemlich malträtiert hatte. Einer nach dem anderen tauchte auf und sie alle zeigten, dass sie im Frieden waren mit ihr. Peppa schien schon fast zu schlafen, aber sie knirschte heftig mit ihren Zähnen. Ok, dachte ich, es sieht sowieso danach aus, dass sie die Welten wechselt, also bekam sie noch einmal eine Dosis Schmerzmittel. Erfahrungsgemäß wusste ich, sie würde irgendwann stark zucken und ein letztes Mal aufatmen. Dann würde ihr Herzchen aufhören zu schlagen. So kam es. Fast. Sie zuckte. Sie tat einen tiefen Atemzug. Dann riss sie die Augen auf, realisierte, wo sie sich befand, drängte mich unmissverständlich, sie endlich wieder zu ihrem Emil zu setzen, damit sie eine weitere Runde Leben gemeinsam mit ihm drehen kann. Ihr Wille, mein Befehl! Emil hatte die vergangenen zwei Stunden seine Freiheit genauso genossen, wie er sich jetzt wieder über seine Peppa freute. Ich nahm meine Polly mit nach draußen unter die Sterne, blickte nach oben und dachte. „Tja, ihr müsst noch ein bisschen warten, ihr Lieben.“ Am darauffolgenden Tag ließ ich Peppa von unserer Tierärztin durchchecken. Schmerzhaft zeigte sich die Blase, ansonsten ergab sich keine weitere Diagnose. „Ok, ich dachte es mir ja. Sie wird nun einmal einfach nur alt, meine Peppa.“ Lachend entgegnete unsere Tierärztin mit Blick auf Peppas Kundenkartei: „Frau Struwe! Peppa IST ALT!“ und gab mir die passenden Medikamente mit, um Peppa zu unterstützen. Ja, ok, mit elf ist ein Kaninchen nicht mehr ganz taufrisch.

Heute verhält die Omi sich, als sei nichts gewesen. Ab und zu hat sie Schwierigkeiten, gerade zu sitzen. Dann kommt Emil aus seinem Exil, legt sich im Halbkreis um sie herum, sodass sie nicht umfällt. Ich würde das gerne für euch fotografieren, aber die beiden sind zurecht der Meinung, das verletze zu sehr ihre Privatsphäre. Ihr Lieben, ich wünsche euch allen die Gabe tief zu vertrauen und zu wissen, ihr werdet geführt; die Fähigkeit zu entscheiden, was getan und was gelassen werden sollte und bedingungslos und wenn’s dran ist, tatkräftig zu lieben, was ist. Ja, das kann ein langer Weg sein mit Steinen und Felsen und was sich noch alles dazwischen legen kann. Aber er lohnt sich!

 

Eure Claudia Struwe mit Peppa

Ihr Lieben,

ihr habt lange nichts von uns gelesen. Auch im WhatsApp Status wurden wir schon vermisst. Das liegt daran, dass meine Zwillingsmädchen, Hannah und Maiina, gesundheitliche Herausforderungen haben. Um durch diese Lebensphase gut durchzukommen, brauchen sie meine verstärkte Aufmerksamkeit. Sie haben – jede auf ihre eigene Art – durch ihre Blindheit sehr sensible Antennen, sowohl für die Welt der Seelen, als auch für ihr Umfeld und für ihren Körper. Das bedeutet, dadurch, dass ihr Körper sich verändert, verändert sich ihre gesamte Orientierung in allen eben genannten Bereichen. Das wiederum heißt, sie brauchen von mir noch mehr Halt, Sicherheit, Geborgenheit, Struktur, als bisher.

Es bedeutet gleichermaßen, dass ich dadurch wieder neue Erfahrungen machen darf. Das hört auch nach 52 Jahren Leben mit Hunden nicht auf. Das Leben schubst mich regelrecht in die nächste Ebene der Erkenntnisse und feinen Sinne, der Schleier zwischen Himmel und Erde wird noch dünner. Simon, Lotte und Carlos sind von denen, die mich hier begleitet hatten und schon in unsere Seelenheimat vorausgingen, am aktivsten. Vor allem Simon ist hier sehr präsent (wen wundert’s), passt auf uns alle auf, bringt – wie gewohnt – seine Kommentare sehr deutlich zum Ausdruck, organisiert „drüben“, was so zu organisieren ist und hält sein Team am Laufen. Kein Wunder, dass er sagte, er kommt nicht mehr zurück als irgendein Tier mit Körper, der Kerl hat genug zu tun, da wo er jetzt ist. Sie lassen es nicht sein, unsere Tiere. Sie leben ihre „Auf-Gabe“; mit gesundem Körper, mit nicht mehr so gesundem Körper und ohne Körper. So stellte sich auch meine Hannah inmitten einer intensiven Schmerzphase vor mich hin mit der Botschaft: „Ich bin hier immer noch die Heilerin!“ Ich würde ihr sehr weh tun, würde ich ihr das nehmen. Ich verstehe sie nur zu gut, eine Gabe will gelebt werden.

Welche Folgen hat unsere aktuelle Lebenssituation für euch? Für euch ändert sich (fast) nichts. Schon immer begleite ich während unserer Arbeit für euch eigene kranke Tiere und meistens nicht nur eines. Das Einzige, was ich aktuell nicht planmäßig durchführen kann, sind die beiden Live-Seminare, die dieses Jahr noch stattfinden sollten. Das würde meine Mädchen zu sehr belasten. Die Kraft, ein Seminar zu begleiten, haben sie momentan nicht. Genauso wenig werde ich sie in Betreuung noch so liebevoller Hände geben, denn sie brauchen jetzt einfach nur mich.

Und nun kommt das Gute: Was ihr nicht geschafft habt mit vorsichtigem und auch manchmal nachdrücklicherem Bitten, ich möge doch auch Online-Seminare und Workshops anbieten, naja, das schafft nun das Leben. Es ist nicht sehr lange her, das sagte ich zu einer Freundin: „Ich werde nicht in ein Loch (Kamera) glotzen und mir vorstellen, da sitzt ein Mensch drin!“, als wir über Online-Aktivitäten sprachen. Ok, ich mach’s. Es gibt Prozesse, die können – dieser Meinung bin ich auch jetzt noch – ausschließlich Live stattfinden. Aber ich habe so viele Informationen für euch, für euer Leben mit euren Tieren, das kann ich durchaus auch online vermitteln. Es hat tatsächlich, auch das sehe ich inzwischen ein, den Vorteil, dass ich die Botschaften der Tierwelt an sehr viel mehr Menschen weitergeben kann. Demzufolge werdet ihr im Dezember meinen Seminarplan für 2026 erhalten. Es wird eine gut durchdachte Mischung aus Online-, Live-Online und Live-Seminaren sein.

Ihr dürft euch jetzt noch Themen wünschen. Wenn ihr besondere Themen oder Fragen habt oder auch eure Kinder, schreibt mir gerne per E-Mail.

Am 9.11.2025  11h – ca. 12.30h wird unser erstes Online-Treffen stattfinden: Update der Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Workshops „Heilsames Sein und Handeln – Energiearbeit für Lebewesen“ Level 1. Hier könnt ihr eure bisherigen Erfahrungen austauschen, Fragen stellen, Themen wünschen für Level 2 und euch wiedersehen. (Kosten 18€)

Eine weitere Neuerung ist das Versenden eines Newsletters. Wer diesen erhalten möchte, sende mir bitte ebenfalls eine kurze E-Mail.

Ihr Lieben, jetzt seid ihr auf aktuellem Stand. Ich weiß, ihr versteht die Planänderung der Live-Seminare. Ich wäre eine schlechte Hundemama und auch Tierkommunikatorin, würde ich nicht den gesundheitlichen Zustand der Mädchen über meine Seminarplanung stellen. Aber, wie ihr seht, hat das Ganze, wie immer im Leben, auch etwas Gutes. Ich werde künftig auch „in ein Loch glotzen“ und mir vorstellen, ihr sitzt da drin 😉

 

Das war’s erstmal für heute, ich sende euch herzliche, lichtvolle, liebevolle Grüße,

eure Claudia Struwe mit dem gesamten Team aus allen Ebenen

 

 

 

„Guuuten Mooorgeen!!“, schmetterte es mir fröhlich gelaunt und unüberhörbar entgegen, kaum hatte ich einen Fuß in die Praxis für Physiotherapie gesetzt. Der drahtige, stets gut hörbare und nicht minder gut gelaunte Physiotherapeut wies mir einen Raum zu, in dem bereits eine Liege mit Fango-Packung auf mich wartete. Ich öffnete weit das Fenster, um die Wärme der Sonne zu genießen. Kaum befand ich mich in der Waagerechten, setzte auch schon die Entspannung ein, die nun weitere zwanzig Minuten bis zur Behandlung währen sollte.

Was dann geschah, war eine interessante Erfahrung. Ich wurde förmlich von Energien zerrupft, bzw. es zog mich unvermittelt aus meiner Mitte heraus. Ich fühlte, wie Kraft aus meinem Zwerchfell floss, ebenso aus den Ohren, meiner Stirn, meinen Beinen. Es riss mich geradezu in verschiedene Richtungen außerhalb meines Körpers durch die Geräusche und energetischen Felder von draußen. Vorüberfahrende Autos, telefonierende Menschen, Menschen, die mit ihrem Hund redeten oder an ihm herumzerrten. So ganz nebenbei sei erwähnt, das Ganze fand in einem kleinen Dorf statt, also nicht vergleichbar mit der Fluktuation in einer Stadt. ‚ Ah! So fühlt sich das an, wenn man nicht im Wald lebt!‘, war mein erster Gedanke. Ich gebe zu, ab und zu scheint mir ein bequemeres Leben in zivilisierterer Umgebung alleine aufgrund meiner körperlichen Grenzen recht verlockend. Letztendlich ist mir jedoch sehr bewusst, welch Glück ich habe, unter Bäumen leben zu können. Nach diesem kleinen Gedankenausflug kehrte ich mit meiner Wahrnehmung wieder zurück zur Beobachtung meines Energieverlustes auf der Liege in der Physiotherapiepraxis und stellte ihn experimentierfreudig mehrmals ab und schaltete ihn wieder an. Das Gefühl dieses Energieverlustes kenne ich unter anderem von meiner Arbeit mit Haustieren. Nicht selten lassen sie mich spüren, was sie empfinden, wenn ihre Menschen Podcasts lauschen oder Filme schauen, Streitgespräche führen, etc. Alles, was wir Menschen mit unseren Sinnen aufnehmen, schießt regelrecht ungefiltert in das gesamte Energiesystem unserer Haustiere hinein. Die Spannung eines Krimis zum Beispiel verursacht bei einem sensitiven Tier, vorwiegend bei Hunden, starke Anspannungen im Zwerchfell oder im Verdauungsapparat. So ist es auch für meine Tiere, wenn ich arbeite, wobei es keine Rolle spielt, ob am Telefon, in der Praxis oder beim Naturcoaching. Die Hunde nehmen die Energien auf, mit denen ich zu tun habe. Alle Tiere nehmen die Energien auf, mit denen ihre Menschen zu tun haben. Nicht umsonst achte ich auf die Art der Aufträge, die ich an einem Tag annehme, auf die akustische und haptische Gestaltung der Umgebung in unseren Pausenzeiten. Es gibt bestimmte Düfte, auf die meine Tiere mit Entspannung reagieren, genauso läuft bei uns in der Mittagspause und beim Einschlafen am Abend eine CD von Deuter, die mir eine Freundin vor einiger Zeit geschenkt hatte. Alle meine Hunde lieben Kuscheldecken, auch wenn es heiß ist. Dann sind es eben kühlende Baumwolldecken, die sie zum Einkuscheln bekommen. Nach jedem einzelnen Auftrag brauche ich Zeit, die aufgenommenen Energien wieder abzugeben, ebenso meine Tiere. Ob wir dann durch den Wald laufen, Blödsinn machen, in die Stille gehen, etc., hängt von mehreren Faktoren ab. Ohne bewusste Energie- und Gedankenhygiene ist unsere Arbeit nicht machbar. Ohne bewusste Energie- und Gedankenhygiene ist Leben an sich in der heutigen Zeit nicht machbar. Die Leidtragenden, wenn wir das nicht ernst nehmen, sind nicht nur wir, sondern auch unsere Kinder, Enkelkinder und unsere Tiere. Sie können sich nicht herausziehen, sie zeigen dann Verhaltensweisen, die uns „stören“ oder nachdenklich machen. Dass wir selbst für uns verantwortlich sind, ist klar, auch wenn wir das gerne vernachlässigen. Aber wir sind in hohem Maße für die verantwortlich, die mit uns leben und auf uns angewiesen sind. Wir haben darauf zu achten, dass wir, unabhängig von Schmerzen, Sorgen, negativ empfundenen Erfahrungen, in unserer eigenen, guten Energie bleiben oder zu ihr zurückfinden und Freude ausstrahlen. Selbstverständlich gelingt auch mir das nicht immer. Übergriffige Menschen und doofe Situationen gibt es nun einmal und wir sind schließlich auch nur Mensch. Doch es darf uns bewusst werden und dazu bringen, dass wir handeln. Sofort. Mit Liebe zu uns und unseren Anvertrauten OHNE Hass gegen die Störenfriede, die uns unbewusst den Spiegel vor die Nase halten.

„Sie ist ja noch da!“, stellte der hereinstürmende Physiotherapeut voller Freude fest. Ja, es gab auch Zeiten, da ich aufgrund zeitlicher Verzögerung fluchtartig die Praxis verließ, weil ich meine Klienten nicht warten lassen wollte. „Und, wer wartet heute auf Sie, Amerika?“ „Nee, heute wartet die Schweiz.“, lachte ich und schon waren meine Energien wieder alle bei mir gelandet. So einfach kann es sein. Es ist alles eine Frage des Bewusstseins. Ich freue mich sehr, dass ich euch auf diesem Weg begleiten darf, wie auch immer er sich gestaltet für euch und mit euch. Danke von Herzen,

eure Claudia

RESPEKT VOR GEFÜHLEN

Als du bei uns ankamst, zeigte schon die Ouvertüre, mit der du vor neun Jahren das Konzert deiner Gefühle eröffnet hattest, was auf uns alle zukommen wird. Es waren nicht nur deine verzweifelten Schreie, die um 24h die Nacht erfüllten, als die Tierschützerin dich vor unserer Haustür aus dem Auto hob. Du zeigtest auch eine komplette Verwirrung deiner Gefühle, als du deine Zwillingsschwester Hannah, die du ein Jahr lang schmerzlich vermisst hattest, wahrnahmst. Hätten wir dich gelassen, hättest du sie in deiner blinden, verzweifelten Überforderung mit den auf dich einprallenden Sinneseindrücken und deinen damit verbundenen Emotionen aufs Schärfste angegriffen. Es war sofort klar, dass wir alle sehr viel Energie, Zeit und vor allem Liebe und Klarheit aufbringen werden, um für dich und uns ein angenehmes Leben zu erschaffen. Es war ein langer, langer Weg, mein Mädchen, der sowohl Irrwege beinhaltete, als auch zermürbende Ratlosigkeit. Wir alle sind diesen Weg gegangen, – wir mit dir, du mit uns. Aus tiefstem Herzen dankbar bin ich dir für diese Reise in die versteckten, dunklen Pfade deiner Seele, die sich – wie kann es anders sein – in den vergangenen neun Jahren als unverzichtbare Anteile meines eigenen Lebensweges zu erkennen gaben.

Ein kleines Beispiel des gestrigen Tages dafür, wo wir heute stehen, möchte ich für dich und mich und für Menschen, die mit ihrem Tier vor einem scheinbar unlösbaren Rätsel stehen, heute rekapitulieren. In unserer Mittagspause machten wir beide uns auf den Waldweg hinter unserem Häuschen. Ursprünglich hatte ich vor, dich ein paar von den kleinen Leckereien, die ich für diesen Zweck mitgenommen hatte, suchen zu lassen. Doch schon nach den ersten Metern hautest du abrupt die Bremse rein. Mitten auf dem Weg bliebst du sitzen wie ein Fels. Urplötzlich warst du in einer inneren Leere gelandet, die es dir unmöglich machte, einen Fuß vor den anderen zu setzen. Leider hat das Leben dich nicht nur mit augenlosen Augenhöhlen ausgestattet, sondern auch mit den Genen eines Meutejagdhundes. So wurde in den Zeiten vor deiner enormen seelischen Entwicklung ausgenommen jeder Spaziergang zu einer Odyssee für dich und mich. Denn wir leben im Wald und die Gerüche der Wildtiere ließen bei jedem Schritt dein Gehirn Samba tanzen. Gestern aber hatte sich gezeigt, wie reif dein Gehirn und deine Seele heute sind. Du ließest zu, dass ich deine innere Leere wahrnehme. Alleine das war ein großer Fortschritt. Was hatte ich nun zu tun? Anders gefragt, was hätte ich getan, wäre mir der Grund und dein Zustand nicht bewusst, hätte ich ihn nicht in mir selbst nachfühlen können? Ich hätte dich wahrscheinlich versucht, mit den Leckereien zum Weiterlaufen zu animieren. An dieser Stelle sei nebenbei erwähnt: Dass „einfach Weiterlaufen und den Hund mitziehen“ und diverse andere Ratschläge, die einem Hundehalter in solchen Fällen gegeben werden, sich hier als kontraproduktiv und entwürdigend erweisen, erklärt sich von selbst. Aber zurück zu dir und mir und gestern: Du saßest wie ein Fels, ließest mich deine innere Leere wahrnehmen. Dann fühlte ich, dass du gerade ein Gefühl in dir wahrnahmst, welches du nicht einordnen konntest. Während ich gut geerdet und gelassen bei mir blieb, schuf ich für dich mental einen geschützten Raum. Nun führte ich dich behutsam in deinen inneren Raum hinein, damit du den Gedanken finden konntest, der dieses für dich undefinierbare Gefühl ausgelöst hatte. Endlich, nach einigen Minuten, konntest du ihn erkennen. In Menschensprache würde er ungefähr so lauten: „Ich bin tief in mir drin traurig, weil ich nicht sehe, was ich rieche.“ Wow!! Mein Schatz, welch eine Entwicklung! Statt voller Wut in den Wald zu kreischen: „Kommt alle her, ich töte euch, bevor ihr mich tötet!!!“, stellst du dich dem Gefühl dahinter: Traurigkeit. So verweilten wir beide ruhig nebeneinander. Du lebtest deine Traurigkeit und ich hielt den schützenden Raum für dich aufrecht. Ich fühlte deine Traurigkeit mit ohne die geringste Spur von Mitleid. Denn auch das wäre eine respektlose Reaktion. „Ja, mein Schatz. So ist das. Du riechst die Tiere und du siehst sie nicht. Und nein, das ist nicht nur schlimm, das ist absolute Oberscheiße! So ist das und das können wir nicht ändern. Lass dir Zeit für dein Traurigsein.“

Warum konnte ich an dieser Stelle so mit dir reden? Weil du in den vergangenen Jahren durch unsere gemeinsame innere Arbeit erkannt hast, dass du genau wie du bist, ein toller Hund bist. Du bist dir deiner Ressourcen und Persönlichkeit bewusst. Du weißt, dass du von uns in der Familie geachtet und geliebt bist. Und du weißt, dass du als Coaching-Assistentin einen hervorragenden Job machst. Ein paar wenige private Menschenfreunde hast du auch. Aber gestern warst du eben in diesem einen Moment traurig. Es tat dir gut, dass ich dein Gefühl ernst nahm, bestätigte und vor allem, dass ich dein Halt war. Wir hatten uns klar dafür entschieden, dass du jetzt traurig bist. Punkt. Nach einer Weile wurde dein Körper weich. „Bin fertig mit traurig. Lass uns nach Hause gehen.“, wären in etwa deine Worte gewesen, wärest du ein Menschenkind. Ich musste mich sehr zusammenreißen, um nicht schallend zu lachen. Aber ich gebe zu, dass ein Lächeln durch mein Herz huschte, was dir natürlich nicht verborgen blieb. Den Rest des Tages verbrachtest du schlafend. Das war eine riesengroßer Schritt, den du da gemacht hast und kostet sehr viel Energie. Essen, Trinken, Schlafen, Speichern…..das war jetzt dran.

Du wirst – je nach körperlicher und mentaler Verfassung und den äußeren Umständen – ganz sicher wieder deine Traurigkeit in der alten Form der Wut ausleben, da mache ich mir keine Illusionen. Das ist aber auch vollkommen unwichtig. Wichtig für dich ist, dass du dir selbst wieder ein Stückweit nähergekommen bist. Das ist, was zählt, mein nicht mehr immer lautes Mädchen mit dem zarten Herzen. Danke, dass du bei uns bist.

 

Claudia M. Struwe

 

Ihr Lieben,

aus meinem Kurzurlaub heraus möchte ich heute am 1.1.2025 unsere kleine Geschichte der Silvesternacht mit euch teilen. Wie ihr euch denken könnt, macht nicht einmal im Wald die Selbstsucht mancher Menschen Pause zugunsten der Tierwelt. Nein, es muss geböllert werden, ungeachtet der Auswirkungen auf Wild- und Haustiere. Dies zu vertiefen, ist hier nicht Thema, wohl aber ist diese Situation durchaus stellvertretend für sehr viele Situationen, mit denen uns unsere Mitwelt herausfordert, vor allem in den letzten Jahren – energetisch, persönlich, spirituell.

Polly, die meisten von euch kennen die schwarzbraune personifizierte Güte auf vier Beinen, die im März 2023 zu uns kam, litt im vergangenen Jahr schwer unter dem Silvesterlärm. Aufgrund der Abwesenheit einiger Hauptakteure in Sachen Silvesterlärm bestand Grund zur Hoffnung, dass sie die letzte Nacht des Jahres 2024 besser überstehen würde. Die Hoffnung ging flöten; bzw. „krachen“. Während die blinde Krawallmaus Maina nach vergeblichem Verbellen der Kracher entschied, es den Katzen und Kaninchen nachzumachen und in friedlichen Schlaf zu fallen, zitterte ihre Schwester in sich hinein. Still machte Hannah dicht und alle in ihrem Körper befindlichen weichen Strukturen wurden bretthart. Polly drehte sich hechelnd im Kreis und zeigte die üblichen panischen Verhaltensweisen, die man so kennt. Meine mit jedem Knallen und Zischen aufsteigende Wut (ich habe noch nie mein Pfälzer Temperament geleugnet) machte das Ganze nicht besser! Hannahs stille Verzweiflung und Pollys Panik wurde durch meine Stimmung um ein Vielfaches potenziert. Plötzlich legte sich in mir ein Schalter um. Was lebe ich denn seit guten fünf Jahrzehnten mit all meinen Tieren? Was darf ich denn seit nunmehr drei Jahrzehnten für euch von euren Tieren übersetzen? Welche Zusammenhänge durften wir verinnerlichen? Kurzum, ich MUSSTE in meine Macht finden! Raus aus dem Fokus im Außen, rein in die Verbindung machtvoller Liebe aus Himmel und Erde, die ich Mensch in mir JETZT zu fühlen hatte zum Wohle der mir anvertrauten Gefährtinnen. Mit einem Schlag drehte ich den Spieß um und veränderte Pollys panische Aktion in Kooperation, Hannah ging mit mir ebenfalls interessiert in Interaktion. Das Energielevel war dasselbe, die Qualität allerdings hatte sich um 180 Grad gedreht. Ich war nun das Subjekt ihres jetzt positive(re)n Stresses. Nun war es meine Energie, die sie aufnahmen. Denn die war stärker, als die Kraft der vom Außen verursachte Angst.

So verbrachten wir zwei Stunden in voller Aufmerksamkeit, mit Unterbrechungen zum Durchknuddeln, und, da mache ich euch nichts vor, das war anstrengend! Und es war kein Zauber geschehen, der alle wie von unsichtbarer Hand in Tiefschlaf fallen ließ. Mir ist weder ein Engel erschienen, noch war unser Häuschen von hellem Licht erfüllt, noch fühlte ich mich „erleuchtet“. Ich war einzig und alleine bei mir zu einhundert Prozent in dem Bewusstsein der vollen Verantwortung für Leib und Leben der mich und euch stets mit vollem Einsatz begleitenden Tiere.

Diese Erfahrung, ihr Lieben, wünsche ich euch, wünsche ich uns allen für das Jahr 2025. Das letzte Jahr war für viele Menschen, wie Tiere ein hartes Jahr. Unermüdlich haben unsere Tiere uns durch schmerzvolle Verluste getragen, sie nahmen durch politische und gesundheitliche Prozesse erlittene Traumata ihrer Menschen auf sich und sie werden es weiterhin so handhaben. Umso mehr sind wir gefordert, bei uns zu bleiben, unsere eigene machtvolle Liebe zu erspüren und ZU LEBEN! Miteinander zu SEIN, authentisch, offen, mit dem Fokus auf das, was wir wollen und wie wir es wollen – frei von Kampf und Groll. Wir sind reich geworden, reich an Erfahrung, reich an Liebesfähigkeit, reich an Frustrationstoleranz, reich an Verbundenheit. Wenn wir diesen Reichtum mit Gleichgesinnten teilen, wird er sich unweigerlich potenzieren.

In diesem Sinne, erspürt euch weiterhin, wie ihr es auch in unserer bisherigen Zusammenarbeit erfahren habt. Achten wir weiterhin auf unsere Kraft und unseren Fokus, nicht zuletzt, um unsere Tiere und auch die Wildtiere zu entlasten. Danke, dass ihr SEID, danke, dass ihr uns vertraut. Wir freuen uns auf ein weiteres erfülltes Jahr mit euch!

Eure Claudia M. Struwe und Team

Wenn´s der Peppa mal nicht gut geht, und das kommt öfter vor bei neunjährigen Kaninchen, dann ist die erst mal eine ganze Weile grantig zu ihrem Emil. Naja, denke ich dann, sie wird halt wieder von den Hormonen gejagt. Und der Emil, der ist so was von geduldig und verständnisvoll und maximal deeskalierend, dass ich dann tatsächlich ein Weilchen zuwarten kann.

Ihr fragt euch jetzt, ob ich sie nicht fragen kann, was sie hat. Klar, kann ich. Aber dass ich Tiere verstehe, heißt nicht, dass sie mit mir „reden“ wollen. Schon gar nicht, wenn ich so grausam war und sie im Sommer aus meinem Büro in ihr 12 qm großes Gehege umgezogen habe. „Ausgesetzt!!! Ausgesetzt hat sie uns. Sie will nix mehr mit uns zu tun haben. Aber die Hunde und die Katzen, die dürfen bleiben!! DIEEEE müssen nicht raus. Hier verliert man sich ja in diesem mardersicher vergitterten Verlies!!!“ So oder so ähnlich haben sie sich offensichtlich gefühlt. Also wenn ein Kaninchen so von dir denkt, brauchst du gar nicht den Versuch zu machen, mit ihm Verbindung zu bekommen. Zumindest nicht, wenn es Peppa heißt. Aber da ist dann ja noch der feinfühlige Emil. Als es ihm dann doch zu viel war, ging er in Sitzstreik. Er positionierte sich da draußen so, dass er mich mit magnetischem Blick ins Küchenfenster zog, von dem aus ich ihn gut sehen konnte. Zack, prallte mir sein Wunsch entgegen, den ich in etwa so übersetzen könnte: „GEH MIT DER ZUM ARZT! SCHNELL!! DAS HALTE ICH NICHT MEHR LANGE AUS. MIT DER STIMMT WAS NICHT.“ Sein Wunsch ist mir Befehl, zumal mir auffällt, dass sie ihre Äuglein zukneift und sich anders bewegt, als sonst. Also, ab zur Tierarztpraxis mit der Patientin. Und als wir zwei uns kurz darauf bei der Tierärztin im Behandlungsraum wiederfinden und Peppa untersucht wird, gibt das vorwurfsvolle Kaninchen, das mich seit Sommeranfang nicht mehr mochte, mir endlich doch ein Signal. Ich bespreche das mit der Tierärztin und mit Röntgenbild etc. wird ein Behandlungsplan erstellt. Emil wollte alleine zu Hause warten. Der war heilfroh, mal für eine kurze Zeit seine Ruhe zu haben. So ganz nebenbei reduzierte sich der Futtervorrat auf gespenstische Weise um mindestens die Hälfte während der Zeit unserer Abwesenheit. Noch als wir zurückkommen, liegt er glückselig versunken mittendrin in der bunten Auswahl an Frischkost. Endlich mal in Ruhe fressen! Nun heißt es, wieder zurückziehen in das räumlich sehr viel kleinere Büro, also eigentlich MEIN Büro, aber wer braucht schon ein Büro, wenn er einen Esstisch hat! Ich muss sie im Blick haben, meine Langohr-Omi! Jetzt leben die zwei wieder bei der Familie, ich stalke Peppa morgens, mittags, abends, nachts und während ich das kränkelnde Mädchen mit seinen Medikamenten versorge, kann die herdenschützende Hündin Polly ganz genau schauen, ob es nicht zwei, drei Streicheleinheiten zu viel von mir bekommt, die ihr dann fehlen könnten. Dass die Dinger mengentechnisch unbegrenzt zur Verfügung stehen, – es sei denn, mein Zeitplan funkt mir dazwischen -, hat sie noch nicht verstanden. Oder sie hat das verstanden und weiß, DASS mir mein Zeitplan öfter mal dazwischenfunkt. Das wohl eher.

Auf jeden Fall sind Emil und Peppa jetzt wieder ein Liebespaar und mich mögen sie auch wieder ein bisschen mehr (schaumermal, wie lange). Peppas Genesung wird dauern und ich werde ihr weiterhin gute Sachen ins Mäulchen träufeln. Aber das ist halb so schlimm, jetzt wo wir uns wieder alle lieb haben.

Dass so viel Friede pur in so einen kleinen Körper passt, wunderte mich damals schon. Ein kleines, weißes Rattenkind, von der Straße zusammengekratzt, endete als anhängliche Gefährtin – im wahrsten Sinne des Wortes. Du lebtest auf mir, frei unter Katzen und Hunden. Damals schon warst du so großartig und besonders, dass dich jeder in der Gruppe achtete. Nach deinem Tod floss dein starker Friede aus deinem kleinen Körper und füllte den ganzen Raum und unser aller Herzen.

So war es auch gestern wieder. Etwas größer war dein Körper in diesem Leben ausgefallen, die Farbe war dieselbe und auch die Blessuren und Umstände ähnelten sich. Du warst hier der Friedensfürst. Deine reine Liebe strahlte meterweit über deinen kleinen Katzenkörper hinaus und dein Schnurren heilte Wunden. In tiefem Vertrauen schmiegtest du dich an mich, – auch für den letzten Pieks in diesem Leben. Ich lebte deine Erleichterung mit, dein Aufatmen, deinen Dank, dass ich Wort gehalten habe. Dabei bin ich die, deren Dankbarkeit für dein Dasein niemals enden wird. Unser nächstes Zusammenfinden hast du wohl auch deiner vierjährigen Verbündeten mitgeteilt. „Er kommt wieder. Nur anders.“ Das Datum deiner Geburt in dieses Leben kenne ich nicht. Das Datum deiner Geburt zurück zu den Seelen in das, was wir Freiheit nennen, Friede, Heilsein, Liebe, feiere ich mit dir, Carlos. Wir sehen uns …….

Deine Gefährtin mit allen Begleitern

Halb acht am Morgen. Simon und ich verlassen das Haus, die beiden Mädels wissen Bescheid. Sie wollten noch nicht in den Garten, macht nichts, ich bin ja gleich wieder da. So war es ausgemacht. Und so kam es nicht.

Simon’s Zähne brauchten Großputz. Geplant war, der Bub darf um acht in der Tierarztpraxis schlafen, sein Gebiss wird saniert und 11.30h hole ich ihn ab. Er war von mir detailliert vorbereitet auf Wartezimmer, Rasur und das ganze Prozedere, sodass er munter in den Behandlungsraum hüpfte, sich noch bereitwillig auf die Waage stellte und sein „Bett“ auf dem Behandlungstisch mit der weichen Wärmematte bezog. Dass aber heute seine Rollvenen ganz in ihrem Element waren, stand nicht auf dem Plan. Das Tierarztehepaar arbeitete präzise Hand in Hand miteinander, mit Simon und mit mir – doch es half nichts. Nach vergeblichen Versuchen an seinem Vorderbein waren die Hinterbeine dran, deren Venen sich aber ebenfalls konsequent weigerten. Personenwechsel. Nochmal das Vorderbein. Kaum war es gestaut, schwappte von Simon eine Welle zu mir rüber: „Gleich werde ich richtig sauer! ACHTUNG! ICH HABE NUR DIESES EINE VORDERBEIN!!!!!! Ich kam gar nicht dazu, zu Ende zu dolmetschen, hat er es selbst deutlich ausgesprochen. „Simon, ja, wir lassen das.“, war die Entscheidung. Zack, alles weg vom Bein. „Wir machen erst Poponarkose und dann weiter.“, entschied die Tierärztin. Während ich Simon in meinen Armen wiegend und singend beruhigte, schob sie ihm die Spritze in den Hintern und wartete, bis er bei mir eingeschlafen war.

„Tschüss, Frau Struwe, bis halb zehn.“ Halb zehn also. ‚OK. Heimfahren, die Mädels füttern und in den Garten lassen? Reicht zeitlich nicht. Ich bin ja froh, wenn ich den Buben gleich wieder bei mir habe.’, überlegte es in meinem Kopf. Als dann meine Tochter anrief, weil sie ihren Hund in meinem Garten springen lassen wollte, bat ich sie, die Mädels rauszulassen. „Mama, die standen vorm Haus und wollten einfach nur wieder rein. Da läuft ja gar nichts ohne dich.“ Wie ich meine Bande kenne, waren sie genauso bei Simon eingeloggt, wie ich. Diese Zusammenarbeit hat Maïna schon das Leben gerettet, aber das ist eine andere Geschichte. Auf jeden Fall haben sie Übung darin. So überraschte es mich auch nicht, als ich mit dem noch stark schwankenden Simon nach Hause kam und er ungewöhnlicher Weise von allen drei Katzen und den Mädels mit liebevoller Stille und achtsamer Distanz begrüßt wurde. Hannah, die Krankenschwester, streckte ihren Hals so lang wie nur möglich, um ihn zu checken, dann verkroch sie sich in ihrer Box und ging in die Tiefe. So hatte jeder hier seine eigene Art, den ziemlich malträtierten Buben zu unterstützen, dem das Blut noch aus dem Maul tropfte. Doch das konnte er geduldig ertragen, denn darauf war er vorbereitet. Gut, dass ich mir frei genommen hatte, so konnte ich bei ihm sein und ihn behandeln. Als es ihm besser ging, meldete Hannah entschieden eigene Bedürfnisse an, es war jetzt endlich Zeit für eine Hunderunde. Dass sowohl sie, als auch ihre Schwester auf halber Strecke wie auf Kommando umdrehten, wunderte mich dann schon. Zuerst schrieb ich das ihrem Hunger zu. Später wurde mir klar, dass ein einsamer Simon sie von seiner Box aus zurück geholt hatte – mit mir im Schlepptau!

Zufrieden und gemeinsam verbringen wir nun den Abend, in unserer Mitte ein entspannter Simon,  auch in seiner momentanen Erschöpfung und Schwäche immer noch der „große Bruder“ – gehalten, gefühlt und geliebt von seinen blinden Mädchen.

Was für ein Segen! Was für ein Beispiel für die Menschenwelt!

 

Alles Liebe, eure Claudia M. Struwe und Team